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2023_25

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2 Dorfspiegel

2 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 25 22.06.2023 wie an der Gemeindeversammlung letzte Woche zu erfahren war. In Zahlen bedeutet das konkret einen Ertragsüberschuss von 11.09 Millionen Franken. Dieses Plus ist umso erfreulicher, wenn man einen Blick ins Budget 2022 wirft. Darin ging man von einem knapp positiven Abschluss von 36’000 Franken aus. Der effektive Betrag der Jahresrechnung indes übertrifft die Erwartungen nun um ganze 11.16 Millionen Franken. Dass eine solch positive Rechnung an der Gemeindeversammlung angenommen wurde – im Falle von Wangen-Brüttisellen einstimmig – war da zu erwarten. Aber natürlich interessiert die Frage: Woher kommt der Geldsegen? Die Antwort erhalten die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung aus erster Hand, nach der Präsentation des Leitbilds, gemäss welchem in Wangen und Brüttisellen die Attribute «urban» und «ländlich» in Zukunft noch besser zusammengeführt und quasi als Standortmarketing ausgespielt werden sollen. Mehreinnahmen aus den Steuern Es sind die Steuern, die dieses unerwartet gute Resultat herbeigeführt haben. Augenfällig ist vor allem die Grundstücksgewinnsteuer. Das ist der Betrag, den Verkäufer von Liegenschaften zu entrichten haben, wenn sie einen Gewinn erzielen. Er berechnet sich im Wesentlichen aus der Differenz zwischen dem erzielten Erlös und den eigenen Kosten für die Liegenschaft. Ein Blick in die Rechnung Wangen-Brüttisellens lässt erahnen, dass hier einige Grundstücke die Besitzer gewechselt haben müssen. Statt wie budgetiert 3.6 Ausgabedisziplin ist trotz des aktuellen Rechnungsabschlusses gefragt (Foto shutterstock) Millionen Franken beträgt der Ertrag in dieser Position für die Gemeinde ganze 8.4 Millionen – der markanteste Posten, der zum positiven Rechnungsabschluss beigetragen hat. Aber auch sonst haben die Steuern für Mehrerträge gesorgt: die allgemeinen Steuereinnahmen sind gegenüber dem Budget 2022 um 1.3 Millionen Franken höher ausgefallen, die Quellensteuer um eine halbe Million Franken. Dass einzig die Steuerausscheidungen um 0.2 Millionen Franken tiefer sind als budgetiert, fällt da nicht gross ins Gewicht. Leicht gestiegener Aufwand Natürlich gilt es bei einer Rechnung stets auch, die Aufwandseite zu beachten. Er ist etwas gestiegen – in einer Position. Das zeigt die Tabelle, welcher Finanzvorstand Claude Dougoud den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung präsentiert. Im Bereich der «Sozialen Sicherheit» betragen die Ausgaben statt wie budgetiert 5.2 Millionen Franken effektiv 5.5 Millionen Franken. Ein moderater Anstieg. Ja, die Gemeinde hat ihre Finanzen im Griff. Dieser Ansicht jedenfalls sind die Parteien, die dem Gemeinderat und der Verwaltung am Ende der Gemeindeversammlung für die gute Ausgabendisziplin danken. Doch natürlich darf der Mahnfinger nicht fehlen, er gehört nun mal zum Wesen der Politik. Den Parteien ist natürlich auch bewusst, dass der Mehrertrag hauptsächlich durch ausserordentliche Steuererträge zustande gekommen ist, wie erwähnt vor allem im Bereich der Grundstücksteuern. Von bürgerlicher Seite her erinnert man daran, realistisch zu bleiben und haushälterisch mit dem Geld umzugehen: SVP und FDP wünschen sich für die Budgetierung 2024 eine weiterhin gute Ausgabendisziplin. Die SP indes bringt einen weiteren Faktor ins Spiel, der berücksichtigt werden möge: Sie wünscht sich, dass die Budgetierung 2024 auch der massiven Teuerung gerecht werde. Sie will verhindern, dass einfach auf Basis 2023 plafoniert budgetiert wird. Nach diesen Voten ging es zur Abstimmung. Die 44 anwesenden Stimmberechtigten winkten das Budget durch. Alles in allem eine kurze Sache: Nach 40 Minuten war die Gemeindeversammlung zu Ende. Das Protokoll wird nach Unterzeichnung durch die Stimmenzähler auf der Website der Gemeinde unter der Gemeindeversammlung vom 13. Juni 2023 aufgeschaltet. + NIEDERER AG • Spezialanfertigungen im Innenausbau Betriebsinhaber Sandor Gachnang Am Dorfbach 34, 8308 lllnau Tel. 052 346 28 82, info@glasundspiegel.ch www.glasundspiegel.ch • Duschen-Verglasungen und Ganzglastüren • Spiegelwände • Glasreparaturen aller Art SUGARING Ihr Weg zu einem tollen Hautgefühl Gesichts – und Körperhaarentfernung mit einer hautfreundlichen Paste aus Zucker Jeannette Hutter · Im Obstgarten 4a · 8602 Wangen 079 627 46 35 · kontakt@hautgefuehl.ch www.hautgefuehl.ch Sanitär Krucker AG Zürichstrasse 38 b, 8306 Brüttisellen Tel. 044 833 35 33 www.sanitaer-krucker.ch info@sanitaer-krucker.ch Planung und Ausführung aller sanitären Anlagen Reparatur-Service Boilerentkalkungen

Kurier Nr. 25 22.06.2023 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 3 Theater Kanton Zürich Erfrischend, theatralisch und überraschend Das Theater Kanton Zürich spielte vorletzte Woche am Freitagabend auf dem Wangemer Dorfplatz die Komödie «Kapitän Kap Verde». Sie stammt aus der Feder des französischen Aufklärungsphilosophen Voltaire. Die acht Darsteller zeigten eine stürmische und belustigende schauspielerische Leistung. Yvonne Zwygart Vom Wangemer Gasthof «Sternen» zogen den Mund wässrig machende Essensdüfte herüber und mischten sich mit der noch immer sehr warmen Abendluft des vergangenen Frühlingstages. Einige Schwalben gaben sich ein Stelldichein und zogen ihre Kreise über dem etwa einhundert Köpfe zählenden auf der Hochtribüne sitzenden Publikum. Die Kulisse aus Vorhängen zeigte als Schauplatz des Geschehens ein Schloss mit einem Balkon davor. Dies war die spezielle abendliche Ambiance für ein besonderes Stück, welches auch heute noch von der ihm zugrundeliegenden Thematik her brandaktuell ist. Peter Baeriswyl vom Kultur-Kreis Wangen-Brüttisellen begrüsste die Zuschauer und dann, pünktlich um 20.30 Uhr, wurde der Vorhang aufgezogen. Eine «Verwechslungskomödie» mit vielen lustigen Stellen Zum Inhalt: Im Schloss residiert vor ungefähr 300 Jahren, zu Lebzeiten Voltaires (1694 – 1778) die Familie des Gerichtspräsidenten Bodin. Präsident Bodin hat sich der Astrologie verschrieben, versteht aber nicht wirklich etwas davon. Frau Bodin glaubt, diagnostische und heilende Fähigkeiten zu haben und schluckt Pillen gegen alles. Auch braut sie Heilmittel von zweifelhafter Wirkung, manchmal mit fatalen Folgen. Die ältere Tochter, Gräfin des Apprêts, ist bereits verheiratet mit einem jungen Grafen, den sie von Herzen liebt, der es aber für standesgemäss hält, seine Frau zu ignorieren. Er meint, Frauen seien nur vor der Hochzeit begehrenswert, danach nicht mehr ... Die jüngere mit Namen Fanchon liebt den Chevalier du Hasard, der ihr seit einiger Zeit den Hof macht. Dieser will gerade über den Balkon zu seiner Angebeteten klettern, als der Vater auftaucht. Dieser eröffnet der Tochter schonungslos, dass er beabsichtige, sie seinem alten Jugendfreund, dem Kapitän «Kap Verde», der gerade auf See ist, zur Frau zu geben. Es dauere nach seinen astrologischen Berechnungen nicht mehr lange, bis der Korsar wieder vor Ort wäre, um seine Tochter zu ehelichen. Aber Fanchon graut davor, einen alten Seebären heiraten zu müssen. So entwickeln die Schwestern gemeinsam einen wahrhaft klugen und von weiblicher Intuition strotzenden Plan, um das drohende Unheil aus Männerhand abzuwenden. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch die totgeglaubte Ehefrau des Kapitäns auf und dieser meint, Die Schauspieler Die acht Schauspieler mit Namen aufgeführt sind: Kapitän Kap Verde, Korsar: Pit-Arne Pietz, Herr Gerichtspräsident Bodin: Stefan Lahr, Frau Gerichtspräsident Bodin: Katharina von Bock, Franchon, jüngere Tochter: Leonie Merlin Young, Gräfin Des Apprêts, ältere Tochter: Mirjam Wagner, Chevalier du Hasard: Axel Julius Fündeling, Madame Kap Verde, Frau des Korsaren, Nuit Blanche, Diener des Chevaliers, L’Etrier, Diener des Grafen: Doris Schefer. (yz) Schillernde Figur: Kapitän Kap Verde ist zurück! seinen Augen nicht zu trauen. Die Damen bedienen sich eines genialen Tricks – und so findet sich eines zum anderen. Am Ende sind die Beziehungen wiederhergestellt und die Irrungen und Wirrungen haben ein Ende. Jedes Familienmitglied findet sich an dem Platz, der zu ihm oder ihr passend ist. Alles hat wieder seine Ordnung und alle haben ihr Glück gefunden. Schneller Szenenwechsel und lebendiges Spiel Die Schauspieler:innen der Wanderbühne zeigten eine äusserst theatralische Darstellung des Geschehens. Emotional sehr berührend und passioniert spielten die Darsteller:innen ihre – oftmals etwas mehr als schräge – Rolle. Geschickt wurde mit gezogenen Vorhängen die Szenerie gewechselt, so dass einer dem anderen fix die Schau stehlen konnte. Durch die Nähe zur Bühne hatte man als Zuschauer an vielen Stellen das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein. Emanzipiert für damalige Zeiten wehrte sich die Tochter gegen die Pläne des Vaters, seinen alten Jugendfreund zu heiraten. Die Mutter zeigte sich ambivalent; so unterstützte sie sowohl die Pläne ihres Mannes wie auch jene der Tochter. Wie im heutigen Leben ging es auch vor dreihundert Jahren schon um das Thema, welches die Welt bewegt und das Voltaire wie folgt beschreibt: «Die Liebe ist der Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.» Nächsten Termine dieser Aufführung www.theaterkantonzuerich.ch Szene aus der Komödie (v.l.): Chevalier du Hasard will seine Angebetete besuchen. Mme Bodin braut dem Chevalier einen Trank. Die Schwestern hecken Pläne aus. Der Graf pflegt seine Eitelkeiten (Fotos yz)

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Gemeindezeitung Kurier