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4 Dorfspiegel Dietlikon

4 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 38 22.9.2022 Ausstellung in der Oberen Mühle «S’Zäni» hat alle Erwartungen erfüllt Die Künstler:innen-Gruppe «art treff» feiert ihr 10-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung in der Oberen Mühle Dübendorf. Der Kurier besuchte die Vernissage. Die Vernissage von «art treff» ist vielfältig und bunt. (Fotos mh) Monika Haverkamp Aufmerksame Kurier-Leser:innen werden sich an die Ausgabe Nr. 33 vom 18. August erinnern, in der anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Künstler:innen-Gruppe «art treff» ein Interview mit den beiden Gründerinnen Maja Graf und Gabriela Huldi abgedruckt wurde. Zu diesem Zeitpunkt wussten selbst die beiden Künstlerinnen noch nicht, was sie an der Vernissage erwarten würde, da niemand verraten wollte, wer welche Werke für das «Zäni» geschaffen hatte. Nun ist das nach dem Appenzeller-Käse- Rezept bestgehütete Geheimnis gelüftet: Die Künstler:innen schufen je zehn Werke. Dabei herausgekommen ist eine fast schon in Farben schwelgende Ausstellung, in der alle Bilder und Objekte dank der hellen, lichtdurchfluteten Räume wunderbar zu Geltung kommen. Ansprache von Matthias Müller «Du hast die Künstler nie verstanden. Sie reden vom Werk, das sie gestalten. Aber sie sind es, die bewundert werden wollen.» Mit einem Augenzwinkern zitierte Maja Graf vom «art treff» Matthias Müller aus seinem Buch «Auf der Schaukel der Sprache – Zeitraffer-Meditationen» und sorgte damit für viel Gelächter. Dass sich der Autor in die Künstler:innen-Seele durchaus hineindenken kann, zeigten seine pointiert formulierten Beobachtungen, vorgetragen in seiner anschliessenden Eröffnungsansprache. Ein Zen-Spaziergang Matthias Müller hat die Ausstellung schon einen Tag vor der offiziellen Eröffnung begangen und auf sich wirken lassen. Sich das h in der Zehn wegdenkend, hatte er einen Zen-Spaziergang durch die Räume unternommen. In den Bildern von Paul Nievergelt, einem Vertreter des Konstruktivismus, erkannte er ein Streben nach Klarheit, Schönheit und Räumen und fragte sich, wie wohl eine Welt aussähe, die so angemalt sei. Der Künstler hat zehn kleinformatige Bilder, Emulsion auf Faserplatte, mit dem Titel Illusion beigetragen. Bei den mit Stoffresten, Pigmenten, Bindemittel, Kreide und Kohle auf alten Holztablaren gestalteten Bildern von Maja Graf beeindruckte Müller die Direktheit, mit der sie entstanden seien und die Farben und Pigmente, die den Betrachtenden regelrecht ansprängen. In Fredi Brüderlin erkannte er einen «Spielertyp». Seine zehn Miniaturen mit jeweils zehn Figuren sind aus so unterschiedlichen Materialien wie Glasscherben, Eisenabfällen, Holz und Pouletknochen gefertigt und wirken beiläufig und spielerisch. Mit etwas Fantasie können genau Hinschauende im Pouletknochenkreis durchaus Ähnlichkeiten mit Stonehenge entdecken. So meinte dann auch Müller, dass, aus der Ameisenperspektive betrachtet, die Miniaturen auf ihn wie grosse Denkmäler wirkten, die er sich gut in der Landschaft stehend vorstellen könne. Die Objekte von W. Grappa Gautschi interpretierte er als kleine Bühnen, auf denen Theaterstücke vom Entstehen und Vergehen aufgeführt würden. Gautschi, der nicht anwesend war, hatte bei der Anzahl der eingereichten Stücke allerdings leicht geschummelt. Mit dem Triptychon wohlwollend als drei gezählt, kam er auf die Zahl Neun. In ihren Circles of Life (Gouache auf Leinwand) hat Simone Witzig einen farbintensiven Rosengarten geschaffen, der mit seinen Hell-Dunkel-Schattierungen die Schönheit der Natur offenbart. Für Matthias Müller wurde dieser Rosengarten allerdings durch die sich dort aufhaltende weisse Schlange zu einem Rosenparadies. Für Piet Blanken sei seiner Meinung nach die Natur eine geniale Lehrmeisterin. Blanken versuche, in seinen Werken die Schönheit der Natur nachzubauen. Aus Papier geschnitten und «ge»- faltet, «ent»-falten die Objekte ihre titelgebende «Leichte der Gelassenheit». Mit 14 eingereichten Werken glich er zudem das durch Gautschi entstandene Minus aus. Völlig auf Farbe verzichtet hat Gabriela Huldi in ihrer Arbeit mit dem Titel «Zugeneigt». Zehn in waagerechter Reihe gehängte Schwarzweiss-Fotografien verschwinden je nach Abstand der Betrachtenden an der Peripherie oder wurden in Müllers Augen je nach Standpunkt zu einem durchgehenden Strich. Die Ausstellung im Rahmen des Kleinkunst-Festivals Chrüz & Quär dauert noch bis zum 25. September. Also reichlich Zeit, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Ausstellung «art treff» 22. – 25.9., 14 – 23 Uhr (So bis 20 Uhr) Festival Chrüz&Quer, Obere Mühle, Dübendorf

Kurier Nr. 38 22.9.2022 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 5 Ort des Abschieds, aber auch der Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod. (Foto zvg) Tag des offenen Friedhofs Wangen-Brüttisellen Die letzte Ruhestätte als Kulturgut Der Friedhof muss nicht nur ein Ort der letzten Ruhe und des Abschiednehmens sein, sondern kann als grüne Oase zur besinnlichen Auseinandersetzung mit Leben, Tod und Trauer anregen. Ein Ort der Lebenden, des Philosophierens und der Bedachtsamkeit. Ines Langset Bevor die die Besucherinnen und Besucher des Anlasses von Severin Hirt, reformierter Pfarrer in Wangen und Michael Eismann, Diakon der katholischen Kirche Dietlikon begrüsst werden, bleibt ihnen Zeit, eine kleine Ausstellung rund um das Thema Beerdigung anzusehen. Kunstvolle Urnen in unterschiedlichsten Materialien, Farben und Formen, konzipiert und kreiert von Thomas Schär, Künstler, Designer und Gründer von urne.ch in Zürich. Ein Bestattungsfahrzeug kann besichtigt werden. Die Türen der beiden Aufbewahrungsräume sind ebenfalls geöffnet. In einem warmen gelben Licht gehalten, ermöglichen sie ein letztes Zusammensein und Abschiednehmen von einer geliebten Person. Interessierte Besucher kommen mit den Ausstellern ins Gespräch und können sich über die verschiedenen Angebote informieren. Informativer Rundgang Um 13 Uhr begrüssen Pfarrer Severin Hirt und Diakon Michael Eismann die Anwesenden. Zusammen mit der Wangemer Gemeindepräsidentin Marlis Dürst verleihen sie der Bedeutsamkeit des Friedhofs Ausdruck, als ein Ort des Abschiednehmens geliebter Menschen, aber auch der Wiedervereinigung mit Geist und Seele. Beat Haldemann führt im Anschluss die Besucher mit einem informativen Rundgang durch den Friedhof. Als verantwortlicher Friedhofsgärtner weiss er bestens Bescheid, denn er ist an der gelungenen Neugestaltung und Aufwertung des Friedhofs massgeblich beteiligt. Während der nächsten Stunde haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Grabformen und den Friedhof im Allgemeinen zu erkundigen. Denn die Auswahl von Ort und Art der letzten Ruhestätte und des Abschiednehmens ist vielfältig. Nach einer eindrücklichen Erweiterung und Verschönerung sind im oberen Teil des Friedhofs mehrere neue Ruhestätten entstanden. Dort befinden sich zwei Urnennischen und weitere Urnengräber, ein Aschestreufeld, ein zweites Gemeinschaftsgrab, Kindergräber und das Sternenkindergrab. Rundgang mit Beat Haldemann. Einsegnung der Urnennischenwand: Pfarrer Severin Hirt (links) und Diakon Michael Eismann beenden die Zeremonie mit einem Gebet. Ruhestätte für Sternenkinder Vor rund zwei Jahren ist das Sternenkindergrab für Sternenkinder entstanden. Es ist die Ruhestätte für Kinder, die «den Himmel» (poetisch die Sterne) erreicht haben, ohne je ihren Platz auf der Erde einnehmen zu können. Diese Kinder sind vor, während oder unmittelbar nach der Geburt gestorben. Das Sternenkindergrab ist ein eigener kleiner Kosmos mit vielen Sinnbildern. Mit spürbarem Einfühlungsvermögen gestaltete die Landschaftsarchitektin Monika Müller aus Dietlikon im Jahr 2020 diese Grabstätte mit charakteristischen Merkmalen. Auf einer kleinen Wiese steht eine etwa zwei Meter hohe Steinsäule, zwei grosse und ein kleiner Stern als Abschluss ganz oben. Ein Symbol für Eltern und Kind aber auch als Bezug zum Himmlischen. Eine Abschiedsode an die Kinder ist in die Säule eingraviert und verläuft als Spirale ebenfalls von unten nach oben, hin zu den Sternen. Verschiedene Blumen, wilde Gräser aber auch Kräuter wie Thymian umrahmen die Säule. Das ganze Jahr hindurch soll etwas gedeihen, damit Schmetterlinge, Bienen und Insekten sich niederlassen können. Eine symbolische Anspielung, dass immer alles in Bewegung sein kann und sich erneuert. Ganz oben rechts im grünen Rasen ist das neue Gemeinschaftsgrab angelegt. Das Aschengrab steht in der Mitte einer kunstvoll in den Boden eingebetteten Spirale aus Kopfsteinpflaster. Hier auch kann die Spirale als Metapher für Entfaltung und Erneuerung oder als Zyklus eines Menschlebens betrachtet werden. Dem Gemeinschaftsgrab gegenüber stehen zwei stilvolle Steintafeln mit den eingemeisselten Namen der Verstorbenen. Besinnlicher Ausklang Nach dem Rundgang mit Beat Haldemann treffen die Anwesenden im oberen Teil des Friedhofs wieder auf Pfarrer Severin Hirt und Diakon Michael Eismann zur Einsegnung der neuen Urnennischenwand und des Sternenkindergrabes. Es wird sehr besinnlich auf dem Friedhof und die Zeremonie klingt mit einem Gebet aus. Man wird sich einmal mehr bewusst, wie das Leben mit dem Tod Hand in Hand geht. Der Tag des offenen Friedhofs geht zu Ende. Viele Fragen wurden ausführlich und mit grossem Engagement beantwortet. Ein letztes Gespräch bei Kuchen und Getränken und die Besucher gehen mit mancherlei nützlichen Informationen nach Hause. Fragen zu einer Beerdigung Friedhof Wangen-Brüttisellen: einwohnerdienste@wangenbruettisellen.ch oder 044 805 91 11

Gemeindezeitung Kurier