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4 Dorfspiegel Dietlikon

4 Dorfspiegel Dietlikon Kurier Nr. 29 /30 21.7.2022 Goldene Hochzeit Amors Pfeil flog in die Bündner Berge Eine kleine romantische Reise ins Jahr 1972, in dem sich zwei verliebte junge Menschen das Ja-Wort gaben: Sabina und Pancrazio Oggiano feiern goldene Hochzeit. Jasmina Pavlovic Es war im Jahre 1970 in Safiental, einem Ort in den Bergen von Graubünden, als sich die damals 19- jährige Sabina und der damals 23- jährige Pancrazio sich in einem Hotel kennen und lieben gelernt haben. Sabina arbeitete als Zimmermädchen. Pancrazio, als Saisonalarbeiter tätig, arbeitete gerade für eine Tunnelsanierung in der Nähe von Safiental. Zum Übernachten ging es in das Hotel, in dem Sabina arbeitete. Da haben sich zum ersten Mal gesehen und kennengelernt und Amors Pfeil traf. Die Hochzeit Zwei Jahre später, genauer gesagt am 21. Juli 1972, heirateten Sabina und Pancrazio. «Es war ein sehr schöner und sonniger Tag», so die in Erinnerung schweifenden Worte von Sabina Oggiano heute. Sie hatte damals ein wunderschönes weisses Brautkleid an und in den braunen Haaren trug sie einen Kranz aus weissen Blumen. In einer kleinen katholischen Kirche in Chur, gaben sie sich vor den Augen der Familie und engsten Freunden das Ja-Wort. Danach ging es für das Brautpaar und die geladenen Gäste in ein Restaurant, um zusammen anzustossen und zu feiern. Dies ist jetzt nun genau 50 Jahre her. Sabina und Pancrazio Oggiano haben einen Sehnsuchtsort: Castelsardo auf Sardinien, sind aber auch gerne mal zuhause. (Foto jp) Am 21. Juli 2022 feiern die beiden ihre goldene Hochzeit. Gemeinsam blicken sie auf ein erfülltes Eheleben, haben drei Kinder grossgezogen und sind stolze Grosseltern von drei Enkelkindern. Auf die Frage hin, wie die 50 Jahre denn so waren, antwortete Pancrazio Oggiano mit folgenden Worten: «Es gab wie in jeder normalen Ehe Höhen und Tiefen. Doch was für uns immer wichtig war, dass wir uns danach immer wieder versöhnen. Denn einfach aufgeben und die Ehe wegschmeissen, kam nie in Frage und gab es früher nicht.» Sabina Oggiano fügt hinzu: «Unsere Kinder waren und sind uns heute noch das Wichtigste und schon nur für die Kinder ist es wichtig – haltet Mann und Frau zusammen!». Das sind auch die Worte an die jungen Eheleute von heute. «Haltet zusammen und gebt nicht einfach so schnell auf». Oggianos denken gerne zurück an erlebnisreiche Jahre, gemeinsame Reisen auf Castelsardo in Italien und an ihr gemeinsames Lieblingsessen, der Bündner Spezialität Capuns. Sie denken aber auch gerne nach vorne, in weitere schöne Jahre. So möchten sie möglichst bald gemeinsam mit ihrer Familie in Italien ihre goldene Hochzeit feiern und auf viele weitere schöne gemeinsame Jahre anstossen. Der Kurier wünscht den beiden ebenfalls alles Gute und Liebe zur goldenen Hochzeit. 1 2 3 4 5 2 3 Wir sind seit über 35 Jahren im Umzug zuhause, und bieten Ihnen höchste Umzugsqualität. FRITSCHI TRANSPORTE UMZÜGE AG Besuchen Sie uns unter fritschi-umzuege.ch, oder kontaktieren Sie uns unter info@fritschi-umzuege.ch oder 044 833 64 44 Magisches Quadrat 1 Helvetisches Kätzchen und Name für’s Schätzchen. 2 Wird bar vorgeführt, steht allein nicht gern, und liegt Sprachliebhabern eher fern. 3 In solchen Gassen ist gut abzupassen. 4 Mit Nerven verbunden als störend empfunden. 5 Schreiben Sie das höflich gross im Brief, sonst geht’s mit Ihrem Werben schief. Auf Seite 19 geht mit der Auflösung des Rätsels gar nichts schief. 4 5 Wohngebäude sanieren – aber richtig. Wir beraten und unterstützen Sie in Fragen rund um Ihre Liegenschaft. Projektierung Umbau und Renovierung Bauleitung, Bauabnahme Gebäudeenergienachweis (GEAK / GEAK Plus, Minergie) Bahnhofstr. 26, 8304 Wallisellen Tel. 043 543 10 00, gaechterag.ch

Kurier Nr. 29 /30 21.7.2022 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 5 Gespannt auf die vielen Abenteuer und Überraschungen, die ihr bewegtes Leben noch bringen mag: Gabriela Leutwiler. (Foto al) Porträt Das aussergewöhnliche Leben der Gabriela Leutwiler Gabriela Leutwiler ist in Wangen aufgewachsen und lebt heute in Dübendorf. Sie ist Schauspielerin, Sprecherin, Lifecoach, Autorin. Dem Kurier erzählt sie von ihrer Kindheit in Wangen, exotischen Reiseabenteuern und Herausforderungen der Integration in der Schweiz. Aline Leutwiler «Was will ich noch gesagt haben?», fragt sich Gabriela Leutwiler am Ende unseres Gesprächs. Plötzlich erhellt sich ihr Gesicht und sie sagt mit fester Überzeugung: «Ich gebe mich dem Flow des Lebens hin. Das Leben lässt sich nämlich überhaupt nicht planen.» Und tatsächlich sieht Gabrielas Leben nach einem Fluss aus. Aufgewachsen in Wangen, in einer, wie sie es selbst beschreibt, «Idylle». «Wir wohnten in Hätzelwisen, damals lebten ganz viele Kinder in der Siedlung, es war also ein grosser Kinderspielplatz», so Gabriela. In ihren Teenagerjahren begann sie das Spezielle zu reizen. Sie organisierte erste Theaterstücke mit ihrer Freundin, malt sich den Traum des Schauspielerberufs aus. Ihr Geld gibt sie in einer Telefonkabine im Dorf aus, wo sie jeweils Sängerin Nena anzurufen versuchte. Nach abgeschlossener kaufmännischer Lehre, die sie trotz viel Langeweile überstand, konnte sie ihren grossen Traum verfolgen. Jahrelang war Gabriela Leutwiler als Schauspielerin auf Theaterbühnen und Filmsets tätig. Von Li Si im Theaterstück Jim Knopf bis hin zur Maklerin im «Bestatter» füllt sie verschiedenste Rollen aus. Ausserdem bildete sie sich zur Sprecherin aus und war beim SRF in «Tagesschau», «PULS» oder der «Glanz und Gloria» zu hören. Gleichzeitig verfolgt sie ihre Leidenschaft zum Reisen. «Anfang 20 reiste ich erstmals nach Marokko. Sofort war ich begeistert von den Souks, dem Essen und der Musik von arabischen Ländern», erzählt die Schauspielerin lebhaft. Wenn sie Geschichten erzählt, für gewöhnlich springt sie auf und spricht Personen mit verblüffender Präzision nach, hört ihr der ganze Raum gebannt zu. In den nächsten Jahren bereist Gabriela Leutwiler immer wieder arabische Länder, sie lernt gar arabisch, wird sich dem grossen Privileg bewusst, in der Schweiz zu leben. Trotz, oder vielleicht gerade wegen ihrem ungewöhnlichen, turbulenten Leben, bleibt Gabriela Leutwiler im Glatttal, sie zieht nach Dübendorf. «Das stimmt, geografisch bin ich nicht weit gekommen», sagt sie lachend. «Aber für mich blieb das Zuhause ein wichtiger Ruhepol. Noch heute gehe ich sehr gerne nach Wangen zurück, wo ich immer noch Familie habe.» Doch ihren Mann fand Gabriela an einem ganz anderen Ort. Auf einer Ägyptenreise lernt die Schweizerin den Ägypter Abdul kennen. Die beiden verlieben sich und es beginnt eine langjährige Fernbeziehung. Den Prozess beschreibt Gabriela auch in ihrem neuen Buch «Und ich dachte, die Wüste sei das Abenteuer». Wie der Titel bereits verrät, werden die beiden gemeinsam noch einiges durchmachen. Steiniger Weg Gabriela und Abdul entscheiden sich nämlich für die Heirat und einem gemeinsamen Weg in der Schweiz. Ausnützende Arbeitgeber, versuchte Erpressung zu Schwarzarbeit, Bürokratie-Schlachten oder ein Strassenverkehrsgesetz, das wenig mit dem ägyptischen übereinstimmt, erschweren den beiden das Leben massiv. Gabriela zeigt sich kämpferisch, trotz zahlreichen Rückschlägen. Wie die Geschichte der Beiden ausgeht, lässt sich in Gabrielas Buch, welches auf Amazon erhältlich ist, nachlesen. «Ich wollte unsere Geschichte unbedingt aufschreiben. Es hat mich geschmerzt zu sehen, wie man in der Schweiz teilweise mit dem Fremden umgeht», sagt Gabriela, die sich gerade zu Beginn ihrer Ehe oftmals mit Stereotypen der Frau eines Muslims konfrontiert sah. «Während diesem Prozess habe ich unglaublich viel gelernt. Das hat mich dazu bewogen, mich selbst als Lifecoach auszubilden», so Gabriela Leutwiler. Einmal mehr hat sie sich dem Fluss ihres Lebens hingegeben. So wie sie sich früher leidenschaftlich dem Theater hingab, so brennt sie nun fürs Coaching und Persönlichkeitsentwicklung. Heute hilft Gabriela Paaren aus Beziehungskrisen. Auch als Sprechcoach ist sie nach wie vor gefragt. In Dübendorf wohnt sie noch immer. In ihrer Wohnung wimmelt es von Kamel-Figuren, Fatimas und leckeren Gewürzen. Oftmals spaziert Gabriela nach Wangen: «Was sich in Wangen heute im Vergleich zu damals stark verbessert hat, ist der Verkehr. Es gab kaum Busse in die Stadt. Was sich kaum geändert hat ist die heile Welt, welche Wangen für mich darstellt». Wohin Gabriela Leutwilers Leben noch führt, weiss sie selbst nicht. Vielleicht beginnt sie als digitaler Nomade ihre Coaching-Arbeit aus dem Ausland auszuführen. Vielleicht bleibt sie in Dübendorf. Der Fluss ihres Lebens wird es wohl zeigen.

Gemeindezeitung Kurier