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2 Dorfspiegel

2 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 47 25.11.2021 So trat das normalerweise in Fünferkombination erhältliche Ensemble zu viert auf. Und war damit bereits zum ersten Mal knapp neben dem Puls der Zeit. Wenn der geneigte Zuhörer aber nun meinte, es würde ihm ein bekanntes Lied à la «Comedian Harmonists» zu Gehör kommen, wurde er enttäuscht. Die Originale von «Pagare Insieme» haben es nicht nötig, jemanden zu kopieren. Sie dichten und komponieren ihre Lieder selbst. Und greifen darin Themen wie «Nachhaltigkeit» und «Globalität» auf, die sie in ihren Songs knapp neben dem Puls der Zeit umdeuten. Die vier Sangeskünstler bildeten mit ihren klaren, ungekünstelten Stimmen einen angenehmen Kontrapunkt zu den zahlreich vorhandenen Stars und Sternchen im Bereich Gesang, die es nicht mit jedem Ton so genau nehmen. An der von ihnen ausgehenden Harmonie war deutlich wahrzunehmen, dass die vier nicht mehr ganz jungen Herren schon lange Jahre zusammen singen. In früheren Zeiten drückten alle die Schulbank miteinander. Und auch damit waren sie knapp neben dem Puls der Zeit: etwa fünf Minuten später anzufangen. So wartete das etwa sechzigköpfige Publikum extrem gespannt auf den Beginn des Konzerts. Sangeskünstler ohne Mikrofon: Pagare Insieme. (Foto yz) Vier Sänger ab durch die Mitte des Sternensaals In chicer Abendrobe mit schwarzen Hosen, weissen Hemden und schwarzen Jacketts zogen die vier Sänger mit jugendlichem Charme hintereinander durch den Mittelgang in den Sternensaal ein und postierten sich auf der Bühne. Stilistisch bewegt sich die Gruppe in den Bereichen Klassik, Gospel, Rap und Heavy Metal. Ohne eine Stimmgabel ging es nicht – einer der vier Sangeskünstler gab zu Beginn eines neuen Songs allen anderen Kollegen den Ton an. Marius, das «Singvögelchen» (Übername der «Piaf») der Truppe, zog diese mit seinen hohen Tönen nach oben und sorgte dafür, dass sie im Verlauf des Liedes nicht sank. Alle vier Herren sangen sehr rein und artikulierten ihren Text gut, sodass man sicher auch in der letzten Reihe ihre Worte gut verstand. Es war zudem einmal angenehm, menschlichen Stimmen zuzuhören, welche ohne Mikros und Verstärkeranlagen auskommen. Dafür imitierten die vier mit ihrer Stimme Begleitinstrumente wie beispielsweise eine Trompete und machten mit dem Mund Beatboxlaute, was ihnen die fehlende Band ersetzte. «Knapp neben dem Puls der Zeit» war ihr gewähltes Thema – und was könnte in unseren Zeiten wichtiger sein als die Rettung der Welt? So widmet sich eines ihrer Lieder inhaltlich der Tatsache, dass wir nur gemeinsam gross sind und einer alleine von uns nicht viel zustande bringt. Das kann man gut auf das Weltgeschehen übertragen: Es ist wichtig, an einem Strang zu ziehen, damit nicht jeder für sich kämpfen muss gegen einen Feind, der übermächtig für ein einzelnes Menschlein ist. Manchmal ist das Geschehen in dieser Welt aber so absurd, dass man daraus ein noch absurderes Liedlein machen kann – was dann wiederum erheiternd wirken kann. Diese Kunst beherrschen die vier Sangeskünstler perfekt. So singen sie in einem anderen Lied von jugendlicher grosser Liebe und was diese in späteren Lebensjahren noch für seltsame Auswirkungen haben kann – nicht ohne eine Pointe einzubauen und damit das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Eine Pause hätte es eigentlich nicht gebraucht… In der eine gute Dreiviertelstunde dauernden Pause gab es Dessert: Ein Schokoladenflan mit karamellisierten Äpfeln und Getränke wurden serviert. Danach ging es nochmals für eine gute halbe Stunde weiter im Programm. Das Publikum war am Ende der Liedervorträge so angetan, dass die Sänger für eine Zugabe zurückkehren mussten. Es war ein rundum gelungener Abend. Und wenn man sich den Titel betrachtet, den sich die Band gegeben hat: Das, was in der Welt so läuft, bezahlen wir hernach auch alle zusammen. «Pagare Insieme» eben. 1 2 3 4 5 2 Magisches Quadrat 1 So die Holde aus dem Mixer kommt, der Vogelkundler kennt sie prompt. 2 In Saudiarabien Guthaben der Besitzlosen? Einst eine Automarke der Franzosen! 3 Irgendwo im Alphabet diese Reihenfolge steht. 4 Einer, der vor andern kriecht; Rückgrat hat und braucht er nicht. 5 Insel, zählte einst für US-Immigranten zur erstbetretenen und darum bekannten. 3 4 5 Gratulationen 26. November Gertrud Leibundgut, Dietlikon, 97. Geburtstag AZ Hofwiesen 26. November Lotti Reiser, Dietlikon 93. Geburtstag 26. November Antonia Gallo, Dietlikon 84. Geburtstag 28. November Kurt Wegmann, Dietlikon 89. Geburtstag 28. November Franz Benedikt, Brüttisellen 83. Geburtstag 29. November Suzanne Schori, Brüttisellen 82. Geburtstag 29. November Lap Hung Linh, Brüttisellen 81. Geburtstag 01. Dezember Pauline Heeb, Brüttisellen 86. Geburtstag Wir gratulieren den Jubilarinnen und den Jubilaren ganz herzlich. Auf Seite 23 wird die Auflösung dieses Rätsels bekannt gemacht.

Kurier Nr. 47 25.11.2021 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 3 Männerkochklub Rose-Chuchi Einmal jährlich gibt es Gerichte von echten Kerlen Beim Männerkochklub Rose-Chuchi Brüttisellen durften am vorletzten Samstag die Gäste gleich mehrere kulinarische Highlights geniessen. Es gab ein Fünf-Gänge-Menü, das richtig Eindruck macht. Die Gäste genossen einen ganzen Abend und es gab kulinarisch Vieles zu entdecken. Oliver Schmid Das Männerkochen ist ein Hobby, welches immer wieder neue Entdeckungen bereithält. Hobbyköche verbreiten gerne Freude mit Kochen und haben grossen Spass an ihrer Passion. 1985 fanden sechs leidenschaftliche Brüttiseller Hobbyköche zusammen und gründeten die Rose-Chuchi. Das Interesse am gemeinsamen Kochen war gross und so wuchs die Gruppe schnell auf 15 Aktivmitglieder an. Diese treffen sich nun an jedem zweiten Donnerstag im Monat, um leckere Speisen zuzubereiten und Freundschaften zu pflegen. Inspiration für neue Rezepte sind Kochbücher und, wie soll es heutzutage anders sein, das Internet. Die Speisen gibt es nicht nur für einen kleinen, auserlesenen Kreis. Gekocht wird für Gemeindeanlässe wie das Stingelin-Essen oder den Neuzuzüger-Anlass. Der grösste und wichtigste Anlass ist die Jahres-Chochete für Familienangehörige und Passivmitglieder. Dies ist für die Gruppe die Gelegenheit, einem grösseren Publikum die sonst im Verborgenen in der Schulküche Brüttisellen erworbenen Kochkünste vorzustellen. So wurde am 6. November in den Gsellhof-Saal Brüttisellen geladen, rund 80 Gäste folgten der Einladung. 2020 ohne Jahres-Chochete Die Idee zum Fünf-Gang-Menü entstand vor zirka zwei Jahren und war eigentlich für letztes Jahr geplant. Wie bei den meisten anderen Veranstaltungen kam Corona dazwischen und die Pläne für die Jahres-Chochete wurden auf Eis gelegt. Mit Zertifikat und Kontrolle am Eingang war es dieses Jahr aber möglich, den Koch-Event durchzuführen und so konnten die Menü- Ideen von Thomas Wäckerlin und Oliver Korda verwirklicht werden. Adrett angerichtet ist das halbe Menü: «Rose-Chuchi» im Einsatz. (Fotos os) Kulinarik auf hohem Niveau Es heisst, der Hobbykoch ist ein Geniesser und vor allem auch ein Mensch, der die Gastfreundschaft pflegt. Das war an diesem Abend zu spüren. Bei der Ankunft im Gsellhof wird man herzlich willkommen geheissen, der Saal ist edel gedeckt und wirkt mit dem Blumenschmuck von Blumen-Frieden wie ein Speisesaal der gehobenen Gastronomie. Natürlich bedarf es bei einem Event in dieser Grösse auch helfende Hände. Essen und Getränke wurden von den Frauen Brüttisellen serviert. In der Küche geht es inzwischen hektisch zu und her. Bereits tagsüber wurde eifrig gearbeitet, insgesamt sind 12 Köche im Einsatz. Sie rühren, hacken, schneiden und richten im Eiltempo an. Dazwischen ertönen, quer durch den Raum, immer wieder Rufe wie: «Wo ist das Gewürz?» oder «kann mir mal einer schnell bei der Suppe helfen?» Was sich anhört, als wäre hier gerade das Team von Daniel Bumann am Werk, ist in Tat und Wahrheit die Kochgruppe aus Brüttisellen. Der Kurier erfährt, dass jeweils ein Mann für den Gang verantwortlich ist und Unterstützung von einem Team aus zwei bis drei Personen erhält. So gibt es Überschneidungen und es kann sein, dass ein Koch bei bis zu drei oder vier Gängen mitgearbeitet hat. Jeder weiss, was er zu tun hat Der ganze Trubel in der Küche wirkt auf den ersten Blick chaotisch. Doch weit gefehlt. Die Rose- Chuchi Köche haben alles fest im Griff und verstehen ihr Handwerk. So wurden die Rollen im Vorfeld klar verteilt und jeder Beteiligte weiss, welche Arbeiten er zu erledigen hat. Das Teamwork funktioniert einwandfrei. Und wenn es für den einen oder anderen gerade nichts zu tun gibt, dann wird abgewaschen oder aufgeräumt. Schliesslich soll hier nicht das alte Klischee gelten «Wenn Männer kochen, dann gibt es eine grosse Sauerei». Genussvoller Abend Überhaupt, Witze reissen, freche Sprüche klopfen und «eifach es bitz blödele» gehört hier, genauso wie das Zubereiten feiner Speisen, zur Tagesordnung. Wobei die Stimmung unter den Köchen nicht besser sein könnte. Und wie steht es nun um die Kochfähigkeiten der Rose-Chuchi? Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn was die Mannschaft auf den Tisch gezaubert hatte, konnte sich sehen und vor allem schmecken lassen. Eröffnet wurde der Gaumenschmaus mit einem Apéro und einem vorzüglichen Glas Weisswein, der Corona bedingt am Tisch serviert wurde. Später dann ein Gruss aus der Küche, gefolgt von einem Cherry-Tomaten-Salat mit Vanille-Estragon- Dressing und Burrata. Danach wurde zu einer Süsskartoffel-Kokossuppe gewechselt und nach einem Martini Fiero & Tonic gab es als Hauptgang ein Zitronen-Kalbsragout mit Kartoffel-Spinat-Stampf. Abgerundet wurde das Dinner durch einen feinen Joghurt-Limetten-Cup zum Dessert. Kulinarik, Gemütlichkeit und Spass: Beim Männerkochklub Rose-Chuchi Brüttisellen kommt alles zusammen. Zufriedene Gastgeber Nicht nur die Gäste, auch die Gastgeber freuten sich über den gelungenen Abend. So bedankte sich der Präsident Roland Niklaus bei den Gästen; auch die Gemeindepräsidentin Marlis Dürst nutzte die Gelegenheit, um sich für das Engagement der Köche und den tollen Service der Frauen Brüttisellen zu bedanken. Der nächste Event, an dem die Rose-Chuchi wieder ihr kulinarisches Können unter Beweis stellen wird, ist der Neuzuzüger- Anlass Wangen-Brüttisellen. Dann wird für die Gäste grilliert und ein üppiges Salatbüffet zubereitet.

Gemeindezeitung Kurier