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4 Dorfspiegel

4 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 36 9.9.2021 Geballte Frauenpower: Kathrin Kobelt, Diana Hiemann, Félicie Bozzone, Nicole Stotz, Gemeindepräsidentin Marlis Dürst, Eveline Kull, Denise Meneguz (hinten), Silvia Oehms, Lina Stotz, Selina Moriggl, Olivia Frei (vorne). (Foto la) Ein gelungener Netzwerkanlass der IG Frauenstimmen Geballte Frauenpower am Frauennetz Ausgelassene Stimmung, inspirierende Gespräche und neue Kontakte: Am Samstag fand im Gsellhof in Brüttisellen das erste Frauennetz statt. Der von der IG Frauenstimmen organisierte Netzwerkanlass für Frauen war ein voller Erfolg. Laura Angst Kaffeetassen klirren, Stimmen schwirren durch den Raum, es wird gelacht und im Hintergrund verschwimmen die starken Liedtexte der Popgruppe ABBA mit der Neugier, die in der Luft liegt. Die Stimmung, die einem am vergangenen Samstagmorgen im Gsellhof in Brüttisellen begrüsste, war elektrisierend. Bei schönstem Sonnenschein und stahlblauem Himmel versammelten sich im Gsellhof 18 Frauen zum ersten Frauennetz der IG Frauenstimmen. «Wir sind fast ein wenig sprachlos, dass so viele interessierte Frauen heute hier sind. Das freut uns ungemein», sagte Kathrin Kobelt, eine der Mitorganisatorinnen und Gastgeberin vom Frauennetz. Der Netzwerkanlass bot Frauen, die an einem sozialen oder politischen Engagement interessiert sind, die Möglichkeit, bereits engagierte Frauen kennenzulernen. Neben den 18 Gästen waren somit auch viele Frauen aus Wangen-Brüttisellen anwesend, die sich in den hiesigen Vereinen, Behörden, Parteien und politischen Ämtern teilweise seit Jahren engagieren. Die grosse Frage im Raum: Wie bringt Frau das alles unter einen Hut? Gekonnte Moderation, inspirierende Referate Nach einem ersten Kaffee und Gesprächen startete der offizielle Teil vom Anlass. Positiv überrascht von der Anzahl Teilnehmerinnen mussten für die Einstiegsreferate und die Podiumsdiskussion rasch noch ein paar zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Danach führte die Co-Geschäftsleiterin der Frauenzentrale Zürich, Olivia Frei, gekonnt durch den Anlass. Die Frauenzentrale Zürich ist der grösste Dachverband von Frauenorganisationen im Kanton Zürich und setzt sich seit jeher – genauer gesagt seit 1914 – für die Selbstbestimmung der Frau ein. Dabei wurde viel erreicht, wie Olivia Frei in ihrer Präsentation aufzeigte: 1971 mit der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen, 1985 mit dem neuen Eherecht oder 1987 mit der Gründung der Rechtsberatungsstelle. Aber: Die Schweiz ist in Sachen Gleichstellung immer noch im Schneckentempo unterwegs. Gerade auf Kommunalebene lässt die Repräsentation von Frauen in politischen Ämtern zu wünschen übrig. Mehr Frauen in Gemeindepräsidien In Gemeindepräsidien beträgt der Anteil Frauen im Kanton Zürich lediglich 16 Prozent. Einige Gemeinden werden sogar komplett von Männern vertreten. Das will die Frauenzentrale Zürich ändern. Angelika Murer Mikolasek knüpft in ihrem sehr persönlichen Referat an diesen Punkt an. Denn die 38-Jährige ist Richterin am Bezirksgericht, dreifache Mutter und seit 2011 Gemeinderätin in Dübendorf. Klar ist: sich zu engagieren braucht Zeit. Die Vereinbarkeit sei unbestritten eine Herausforderung, so Murer Mikolasek. «Das lässt sich nicht wegdiskutieren.» Aber von den 40 Mitgliedern im Gemeinderat Dübendorf haben lediglich zwei Frauen kleine Kinder – Stimmen, die es in der Politik aber unbedingt braucht. «Auch wenn wir heute in der Schweizer Politik viele Pionierinnen haben, sind die meisten kinderlos», sagte sie und betonte, dass dies bei den meist Männern anders aussehe. «Das sollte aber nicht so sein, denn es braucht auch die Stimme der Mütter. Und dafür setzte ich mich ein», so Murer Mikolasek über ihre persönliche Motivation. Zudem gab sie den interessierten Frauen wertvolle Tipps mit auf den Weg. So lernte sie schnell, dass alle anderen auch nur mit Wasser kochen. «Im Milizsystem gibt jeder, was er kann. Genügend ist gut genug», hob sie hervor. Dafür müsse Frau aber Prioritäten setzen und lernen, Nein zu sagen. Denn, sich zu engagieren hat auch seine schönen Seiten: «Es ist ein schönes Gefühl, wenn man in der Gemeinde, in der man wohnt, etwas bewirken kann.» Speed-Dating der besonderen Art Etwas bewirken tun auch die weiteren neun Frauen, die nach den beiden Einstiegsreferaten auf das Podium kamen. Von ehemaligen und amtierenden Präsidentinnen von den beiden Frauenvereinen, dem Turnverein und dem Jumi über Behördenfrauen bis hin zur Gemein- Lina Stotz (links) und Selina Moriggl (Mitte) vom Jumi waren die jüngsten Podiumsteilnehmerinnen.

Kurier Nr. 36 9.9.2021 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 5 Genug Gesprächsstoff: In den Speed-Dating-Runden wurde angeregt diskutiert. depräsidentin: In einem kurzen «Fragenhagel» beantworteten die Podiusmfrauen jeweils zwei kurze Fragen von Moderatorin Olivia Frei: Wie bringst du alles unter einen Hut? Weshalb hast du dich engagiert? Was gibt dir dein Engagement? Hast du überhaupt noch ein Privatleben? Die Frauen waren sich einig: sich zu engagieren ist eine Bereicherung. Diese Begeisterung war bei allen Frauen zu spüren und zog sich durch das anschliessende Speed- Dating. Die Speed-Dating-Runde ähnelte einem Parcours, wo die Teilnehmerinnen jeweils vier Minuten Gesprächszeit mit einer engagierten Frau zustand, ehe ein Wecker verlauten liess, dass die Zeit um ist und die nächste Gesprächspartnerin dran ist – Gesprächsstoff schien es mehr als genug zu geben. «Es macht Freude zu sehen, dass so viele interessierte Frauen hier sind. Diese Freude nehme ich mit», sagte Denise Meneguz, die als Mitglied der Sozialbehörde in Wangen-Brüttisellen auf dem Podium stand. Auch im Publikum war gute Stimmung: «Der Anlass ist total inspirierend. Man spürt die Frauenpower, die gegenseitige Unterstützung und das finde ich toll», sagte Nina aus Dietlikon, die sich in Zukunft sicherlich auf die eine oder andere Art engagieren will. Auch ihre Kollegin, Elena aus Wangen, war begeistert: «Man spürt, wie sich die Frauen alle mit Herzblut engagieren und das motiviert. Dieser Austausch ist enorm wichtig.» Ohne Netzwerk geht es nicht Initialisiert und realisiert hat diesen Austausch die IG Frauenstimmen, die in Wangen-Brüttisellen das Thema Gleichstellung sichtbar macht und Frauen auf ein soziales oder politisches Engagement «glustig» machen will. «Ohne finanzielle und personelle Unterstützung wäre die Durchführung unseres Netzwerkanlasses aber nicht möglich gewesen», sagte Diana Hiemann, die gemeinsam mit Kathrin Kobelt, Félicie Bozzone und Marlis Dürst den Anlass organisiert hat. Ein grosser Dank gilt daher der glp, der SP Wangen-Brüttisellen sowie dem Forum Wangen-Brüttisellen. Als Partner-Parteien haben sie den Anlass nicht nur finanziell ermöglicht, sondern auch personell unterstützt. Auch die Frauen Brüttisellen, der Frauenverein Wangen, der TV Wangen-Brüttisellen, das Jumi Wangen- Brüttisellen und ContentMakers haben als Partner zum gelungenen Anlass beigetragen. Mentoring Programm gestartet Die energetisierende Stimmung und die gegenseitige Unterstützung soll mit dem Ende des Anlasses aber keinesfalls verloren gehen. Deshalb wurde mit dem Frauennetz auch ein Mentoring Programm gestartet. Denn die Voten aus den Referaten und dem Podium zeigten eindeutig: Ein politisches oder soziales Engagement brauchen Zeit und die richtige Begleitung. Ohne Netzwerk wird es schwierig, waren sich die Frauen einig. Und es mache auch deutlich weniger Spass. Deshalb stellen sich einige der Podiumsfrauen aus verschiedenen Ämtern als Mentorinnen zur Verfügung. «Als Mentorinnen können wir Fragen beantworten und klären, bei der Kandidatur sowie in den ersten Amtsjahren unterstützen oder einfach mit Rat und Tat zur Seite stehen», erklärt Félicie Bozzone das lancierte Programm. Schön wäre, wenn damit die eine oder andere Frau den Weg in die lokale Politik oder in einen der Vereine wagen würde. Das dazugehörige Fazit von der Moderatorin Olivia Frei: «Einfach mal anfangen – alles weitere lernt Frau.» Der Netzwerkanlass kam auch bei den Zuschauerinnen sehr gut an. Ein verdientes Prosit: Die Organisatorinnen stiessen auf einen gelungenen Anlass an.

Gemeindezeitung Kurier