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4 Dorfspiegel Dietlikon

4 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen Fotorundgang Es ist Frühling in den Kuriergemeinden Gedanken zum Frühling 2021 nach einem entbehrungsreichen Jahr. Der Mensch bleibt in der Pflicht, seinen Beitrag für eine gesunde Umwelt zu leisten. Text und Fotos Pidu Peyer Wenn Rasenmäher ihre typischen Geräusche machen, wenn Motorsägen das Temperament derer verraten die sie steuern, wenn Landwirte ihr Land güllen und düngen und wenn das Zwitschern von Singvögeln erklingt – dann ist der Frühling spürbar nah. Wenn warme Tage sich mit kalten Tagen abwechseln, wenn Blumen ihre bunten Blüten treiben und wenn Bäume und Sträucher sich mit Knospen schmücken – ja dann ist es untrüglich Frühling geworden. Ein zäher Frühlingsanfang mit wiederholten Kälteeinbrüchen war es bisher. Das Leben in der Natur ist dennoch unaufhaltsam dran zu explodieren. Am ersten Tag im Monat März gab es schon mal einen wunderschönen Sonnenuntergang. Seine Klarheit und die feinen orangenen Farbtöne zeugten von einer stabilen und schönen Grosswetterlage. Es folgten abwechslungsreiche Tage mit sehr warmen und sehr kalten Temperaturen. Menschen klagten über Müdigkeit. Es wird wohl so sein – Temperaturschwankungen stressen den menschlichen Körper – ja, und sehr wahrscheinlich alle Kreaturen, welche derartigen Schwankungen ausgesetzt sind. Ein Blick auf Tiere und Umwelt Der Frühling lässt sich an den Tieren in unserer Umwelt beobachten. Allen voran den Vögeln. Sie suchen sich Partner, bauen Nester, paaren sich und bekämpfen Artgenossen. Sie machen mit lauten Geräuschen auf sich aufmerksam. So hat zum Beispiel ein Rotmilan auf dem Feld einen Plastiksack gekrallt und wurde umgehend von einem Turmfalken angegriffen. Diese haben in der Nähe ihr Nest und alles, was ihnen zu nahe kommt, wird bekämpft. Mit viel Mut und Engagement wird der Rotmilan angegriffen und er muss sich sehr in Acht nehmen, dass er keinen Schaden davon trägt. Den Plastiksack hat er aber sehr geschickt gerettet. Milane verwenden Plastik für den Nestbau. Leider ist das für ihn bequemer. Doch geschickter wird es wohl nicht sein, weil die Nässe so auch länger im Nest verbleiben kann. Der Wettkampf der Blumen Die Blumen veranstalten in aller Stille einen richtigen Wettkampf. Wer hat die schönsten Blüten und wer leuchtet am kräftigsten. Es ist fürwahr ein Wunder. Wer das Auge schweifen lässt, sieht die herrlichen Farbpunkte überall aufleuchten. Die japanischen Kirschblüten an der Fadackerstrasse waren eine Farbexplosion par Excellence. Dem Betrachtenden offenbarte sich ein emsiges Brummen der Insekten in einer überwältigenden Farbenpracht. Der Landwirt beginnt sein Land zu bewirtschaften. Es gibt tatsächlich noch Bauern, die Kartoffeln anbauen. An der Oberen Wangenstrasse pflanzte eine raffinierte Maschine die Saatkartoffeln 15 Zentimeter tief in einen perfekt geformten Erdwall und gab gleichzeitig auch noch Dünger dazu. Viele Vögel erfreuten sich am grossen Nahrungsangebot, was die Maschine im Feld zu Tage brachte. Der körperbewusste Mensch beginnt sich seines Übergewichts und mangelnden Fitness bewusst zu werden und trainiert in der Natur seine Kilos ab. Wie jeden Frühling halt – doch diesmal vermehrt. Auffallend viele Menschen haben Zeit, sich in der Natur zu bewegen. Möglicherweise eine Folge von Home-Office.

Kurier Nr. 19 14.5.2021 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen 5 Und der Mensch mit Umschwung und Garten? Er mag – so scheint’s – die Aufgeräumtheit. Das zeigt sich alleine schon im schneiden und spritzen der Bäume und Sträucher landauf landab. Viele Bäume wurden nach dem strengen Winter entfernt, zurückgestutzt und zum Teil grob verunstaltet. Ja – wenn man jahrelang in keine Pflege investiert und der Baum unter schwerer Schneelast seine Schwächen zeigt, wird er ohne gross zu zögern entsorgt. Der menschliche, offene und moderne Bürger hat alleine in diesem Frühling viele Bäume und Sträucher entfernt, ohne sich das Thema Nachhaltigkeit bewusst gemacht zu haben. Das Thema «Lunge» hat im letzten Jahr an Bedeutung zugelegt. Unsere Lungen benötigen Sauerstoff und dazu leistet die Natur mit der oxygenen Photosynthese einen erheblichen Beitrag, indem Pflanzen den Sauerstoff erzeugen, den wir zum atmen so dringend brauchen. Aus Sauerstoff entsteht ausserdem die schützende Ozonschicht rund um unseren Globus. Schön wäre es, wenn für jeden gefällten Baum in den Kuriergemeinden ein junger Nachfolger gepflanzt würde. Schwere Zeit für die Wasservögel Kurz bevor der Artikel «Der Altbach – eine Trouvaille» im Kurier Nummer 7 erschienen ist, hat der Kanton eine Aufräumaktion gestartet und den interessanten Teil des Altbachs auf Dietliker Boden hergerichtet, wie ein steriles Wohnzimmer. Eine grosse Menge Holz wurde geschreddert und abgeführt. Stand heute präsentiert sich der Altbach als idealer Platz für Hundehalter. Die freilaufenden Lieblinge rapportieren ihren Herrchen unermüdlich ins Wasser geworfene Bälle und tollen sich mit Artgenossen. Für die Wasservögel ist hier eine schwere Zeit angebrochen, denn es ist für sie schwer einen ungestörten Rückzugsort einzurichten. Freilaufende Hunde sind gerade in dieser Jahreszeit eine grosse Gefahr für brütende Vögel. Werden sie gestört, verlassen sie ihr Nest und die Brut verendet. Den Frühling bewusst zu erleben ist ein Geschenk. Nach einem so harten Jahr wie wir es noch nie erlebt haben, läuft er Gefahr, vor lauter Existenzsorgen vieler Betroffenen nicht beachtet zu werden. Wenn du das nächste Mal in der Natur bist – atme tief durch, halte ein und schau dir an, was die Natur dir zu bieten hat. Trost, Kraft und Freude sollen jedem Betrachtenden durch das neu entstehende Leben in der Natur widerfahren. Die Natur verdient unseren Respekt. Und wenn man auch nicht gleich auf den ersten Blick sieht, dass Ackerland kein Spielplatz und keine Hundetoilette sind. Man denke dran – das Grundstück gehört irgend jemandem, der damit sein täglich Brot verdient. Man behandle dies doch einfach mit Respekt. Wegschauen entlastet nicht von der Pflicht, die Spuren des geschlossenen Nahrungskreislaufes aufzusammeln und korrekt zu entsorgen – wie es übrigens viele tun. Andernorts wird vermehrt auf den Einsatz von Rangern in Naturschutz- und Erholungsgebieten gesetzt. Sie wollen Menschen auf die Verletzlichkeit der Natur sensibilisieren. Hoffen wir, dass solche Bestrebungen dazu führen mögen, das eigene Ego entsprechend zu priorisieren. Denn nur, wenn der Natur Sorge getragen wird, können wir auch künftige Frühlinge geniessen.

Gemeindezeitung Kurier