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2 Dorfspiegel

2 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 14 8.4.2021 Sie pflegt ihre selbsternannten «typischen Schweizerischen Hobbies» und engagiert sich als Mitglied der hiesigen Rechnungsprüfungskommission (RPK). Seit 2018 ist sie das jüngste amtierende Behördenmitglied von Wangen-Brüttisellen und die einzige Frau in der RPK. Mit dem Kurier spricht die sympathische Wangemerin am ersten warmen Frühlingsabend in ihrem Garten über ihre Erfahrungen als Behördenfrau. Ein schneller Karriereeinstieg Als Félicie Bozzone sich im Herbst 2017 zur Wahl aufstellen liess, war sie gerade erst vor Kurzem wieder nach Wangen gezogen. Nach ihrem Politikwissenschaftsstudium an der Universität Zürich und Bern, welches sie mit dem Master abgeschlossen hat, zog es sie zuerst in die Entwicklungszusammenarbeit. Danach arbeitete sie als Jugendarbeiterin und reiste um die Welt. Kaum kam sie im Herbst 2017 zurück nach Wangen, wurde sie auch schon von Marlis Dürst angefragt, ob sie nicht an einem Behördenamt interessiert wäre. «Ich habe Wangen-Brüttisellen immer als eine sehr aktive Gemeinde wahrgenommen», erzählt Félicie Bozzone. Einerseits wegen der ausgeprägten Vereinslandschaft, anderseits aber auch aufgrund persönlicher Bekanntschaften: «Aufgewachsen bin ich neben Therese McShine, unserer ersten Gemeinderätin», sagt sie. Das habe sie geprägt. Aber auch die Bekanntschaft zu Marlis Dürst habe ihr ein politisches Engagement schmackhaft gemacht. «Generell beeindrucken mich Leute, die sich engagieren. Ich bewundere Engagement und Herzblut», so die Wangemerin. «Für mich war es deshalb eigentlich klar, dass wenn ich zurück nach Wangen komme, ich mich engagieren möchte.» Dass es dann aber so schnell ging, überraschte wohl auch Félicie Bozzone selbst. «Weshalb sollte ich das nicht können?» «Mir wurden die Sozialbehörde und die RPK vorgestellt», erinnert sie sich. Dem ersten Impuls folgend hörte sich die Sozialbehörde richtig an. «Ich dachte mir, das kann ich», erzählt sie weiter. «Und dann habe ich mich gefragt, weshalb ich denn die RPK nicht können sollte.» Schliesslich habe sie auch bei ihrer Arbeit viel mit der Auswertung von Zahlen zu tun. Und überhaupt: Der Sinn eines Milizamtes sei ja gerade, dass es jede Person ausführen kann. In der Milizpolitik gehe es darum, verschiedene Leute aus der Gemeinde zu ermächtigen. Dabei spielen weder die Ausbildung, noch das Alter oder das Geschlecht eine grosse Rolle. «Wenn ich etwas gelernt habe in den letzten drei Jahren, dann dass man in ein Amt hineinwächst», konkludiert sie. Die Gemeinde kennenlernen Die Umstände seien für Félicie Bozzone aber auch durchaus optimal gewesen, um ins Thema und ihr Amt hineinzuwachsen. «Ich hatte das Forum im Rücken und ein tolles Team in der RPK», erzählt sie. Alle seien sehr geduldig gewesen, man habe sich gegenseitig unterstützt und eine effiziente Arbeitsteilung gefunden. «Unser Team ist sehr harmonisch, wir haben es auch lustig.» Das Spannende an der RPK sei, dass man das Gemeindeleben aus einem anderen Blickwinkel kennenlerne. «Bei der RPK geht es nicht darum, ob wir für oder gegen eine Sache sind», erklärt Félicie Bozzone. «Es geht darum zu verstehen, ob die Zahlen nachvollziehbar sind. Somit entscheiden wir aus rein rechnungsprüferischer Sicht.» Das sei nicht immer ganz einfach, schliesslich habe man im Hinterkopf ja mehr als nur Zahlen. Das habe sie gelehrt, sachlich über Themen zu diskutieren, die sie selbst direkt betreffen: «Sachliche Argumente zu finden und auf einer guten Basis Diskussionen führen – das ist etwas, was mir in politischen Diskussionen zuvor nicht gut gelungen ist», sagt sie und betont, dass die Diskussionen in der RPK immer auf Augenhöhe stattfinden und die verschiedenen Meinungen und Einstellungen den Horizont erweitern. Es gibt Aufholbedarf Trotz ihrem tollen Team in der RPK wünscht sich die Kommunalpolitikerin mehr junge Leute in den Ämtern. «Ich fände es generell schön, wenn die Einwohnerschaft in unserer Behörde breit vertreten wäre», sagt sie. Denn jede Person biete wieder unterschiedliche Inputs, andere Meinungen und Einstellungen. «Ich würde es sehr begrüssen, wenn wir mehr junge Leute hätten – oder speziell auch gerade mehr junge Frauen», sagt sie. «Denn da haben wir generell noch etwas Aufholbedarf, aber nicht nur bei uns in der Gemeinde.» Wunsch nach einer diversen Politik Ein möglicher Grund, weshalb politische Engagements eher unattraktiv daherkommen, sieht sie im fehlenden Bewusstsein darüber, was ein Behördenamt überhaupt mit sich bringe. «Viele schrecken vor dem Aufwand zurück oder von vermeintlichen Erwartungen», sagt sie aus Erfahrung. Auch einzelne ihrer Kolleginnen und Kollegen konnten es nicht nachvollziehen, wie man sich so jung für ein Behördenamt interessiere und sich dadurch für vier Jahre an eine Gemeinde binden wolle. Eines ihrer Ziele sei es deshalb, jungen Menschen und insbesondere auch Frauen die Angst vor einem politischen Engagement zu nehmen. «Ich wäre gerne ein prägender Teil davon, dass Politik diverser wird und das Interesse und die Freude an politischen Themen wieder steigen», wünscht sie sich. Denn schliesslich sei kein Thema unpolitisch. An Ideen fehlt es nicht Ideen, wie man die Politik zugänglicher und attraktiver machen könnte, hat die junge Wangemerin viele. So müsste es bereits in der Schule thematisiert werden, beispielsweise über ein fixes Staatskundefach oder über Besuche von der Gemeindepräsidentin oder dem Gemeindepräsidenten. «Man könnte vielleicht sogar einen Behördentag spielen mit den Kindern», sagt Félicie Bozzone und findet, dass diese Idee auch im Erwachsenenalter auf Anklang stossen könnte. Mit ihrem Anliegen ist sie nicht die einzige in der Gemeinde, hat sich doch erst kürzlich die IG Frauenstimmen formiert. «Mit der IG Frauenstimmen verfolgen wir das Ziel, Frauen für ein politisches Engagement «glustig» zu machen. Das tun wir unter anderem damit, indem wir transparent aufzeigen wollen, was ein Behördenamt mit sich bringt», erzählt sie. Mit weiteren Freiwilligen und Behördenfrauen von der IG Frauenstimmen plant sie deshalb einen öffentlichen Anlass, der am 4. September stattfinden und das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und politischem Amt aufnehmen soll. Überschaubarer Aufwand Apropos Vereinbarkeit: Auf die Frage, wie sie als berufstätige Frau die Vereinbarkeit von Beruf und politischem Amt selbst meistere, meint sie: «Vereinbarkeit ist ein Thema, so viel ist klar.» Man müsse sich vor jeder Sitzung einlesen. Im Juni, wenn die Rechnung vom Vorjahr angeschaut werde und im Dezember, wenn über das Budget für das kommende Jahr entschieden werde, könne es kurzfristig intensiv werden. «Der Aufwand ist aber relativ überschaubar mit circa 12 bis 16 Stunden Arbeit vor jeder Gemeindeversammlung», entschärft sie. Da in der RPK alle berufstätig sind, fallen die Sitzungen automatisch auf die Abende. «Das ist vielleicht der einzige Nachteil und eine potenzielle Hürde für Frauen mit Kindern», sagt Félicie Bozzone. Durch Corona treffe man sich aber virtuell und spare sich die Anfahrtszeit. «Somit hat auch die aktuelle Lage ihre guten Seiten», schmunzelt sie.

Kurier Nr. 14 8.4.2021 Dorfspiegel Dietlikon 3 Serie: Friedensrichterämter in den Kuriergemeinden (1/2) Zuerst zum Friedensrichter gehen spart höhere Instanzen Seit 2015 bereits ist Karin Gautschi Friedensrichterin für Dietlikon und wurde anfangs März für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Wer ist Karin Gautschi und was fällt eigentlich in den Aufgabenbereich eines Friedensrichters oder einer Friedensrichterin? Yvonne Zwygart Karin Gautschi-Oneta, 63, ist eine Person, die nach eigener Aussage nicht so gerne in der Öffentlichkeit steht. Sie wohnt in Winkel bei Bülach, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. An ihrem Wohnort Winkel hat sie seit 2009 ebenfalls das Amt der Friedensrichterin inne. Aufgewachsen ist sie in Opfikon-Glattbrugg. Nach Abschluss der Matura folgte das Jura-Studium an der Universität Zürich. Es schlossen sich Tätigkeiten am Bezirksgericht Bülach, als Assistentin an der Universität Zürich und in einer Zürcher Anwaltskanzlei an. Karin Gautschi war fast 20 Jahre selbstständig als Anwältin in Bülach tätig, hat also einen ordentlichen Rucksack gefüllt mit juristischem Wissen und Berufserfahrung. «Eigentlich braucht es für das Amt des Friedensrichters, der Friedensrichterin nicht unbedingt einen juristischen Hintergrund. Das Amt kann auch von juristischen Laien ausgeübt werden», erklärt Karin Gautschi. Diese Person muss aber bereit sein, juristische Grundkenntnisse insbesondere im Zivilprozessrecht sowie im Zivilgesetzbuch (ZGB) und im Obligationenrecht (OR) zu erwerben. Das Schlichten steht im Vordergrund Das Schlichtungsverfahren vor Friedensrichtern geht in der Regel jedem Entscheidverfahren voraus. Im Vordergrund steht eben das «Schlichten», welches zum Ziel hat, mit den Parteien eine einvernehmliche und tragfähige Lösung zu finden. Dies erfordert vor allem eine gute Menschenkenntnis. Dazu braucht es eine rasche Auffassungsgabe für den Sachverhalt, daneben ein gutes Einfühlungs-, aber auch Durchsetzungsvermögen. Darüber hinaus Unabhängigkeit und oft viel Geduld. Der oder die FriedensrichterIn agiert auf Gemeindestufe. Die erste Aufsichtsbehörde ist das Bezirksgericht Bülach, die zweite Aufsichtsbehörde stellt das Obergericht in Zürich dar. Vielen Bürgern ist nicht bewusst, dass es eine solche Instanz in Dietlikon gibt. Ihre Dienste dürfen von allen Bürgern in Anspruch genommen werden, sei es, indem sie ein Schlichtungsgesuch einreichen oder eine Rechtsauskunft einholen. Die Schlichtungsverfahren zeichnen sich unter anderem durch relativ geringe Kosten und rasche, effiziente Erledigung aus. Mit welchen Anliegen kann respektive muss man sich an den Friedensrichter wenden? FriedensrichterInnen sind Gemeindeangestellte und vermitteln in Zivilstreitigkeiten. Sie sind vornehmlich zuständig für Forderungsklagen und Konsumentenstreitigkeiten, arbeitsrechtliche Streitigkeiten, erbrechtliche sowie Erbteilungsklagen und Testamentsanfechtungen, Unterhaltsklagen (Kindesunterhalt bei unverheirateten Eltern sowie Unterhaltsforderungen von sich noch in Ausbildung befindlichen volljährigen Kindern gegen die Eltern), Persönlichkeitsverletzungen und Nachbarschaftsklagen. Karin Gautschi hört sich jedes Problem an und erarbeitet eine zwischen den Parteien vermittelnde Lösung. Dabei ist es wichtig, ausgleichend und deeskalierend auf die oftmals «erhitzten» Gemüter zu wirken. Auf diese Weise können bereits gut zwei Drittel der Fälle von den Friedensrichtern geschlichtet werden. Wo dies nicht gelingt, muss der Fall ans Bezirksgericht Bülach weitergezogen werden. Meldet eine Partei bei einem Friedensrichter eine Klage an, darf dieser in seiner Funktion als Einzelrichter endgültig bis und mit einem Streitwert von 2000 Franken entscheiden. Bis zu einem Streitwert von 5000 Franken kann der Friedensrichter den Parteien einen Urteilsvorschlag unterbreiten. Wird dieser Vorschlag nicht innerhalb von 20 Tagen abgelehnt, hat er die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides. In allen übrigen Fällen Karin Gautschi weiss, dass sie als Friedensrichterin ausgleichend und deeskalierend auf die oftmals «erhitzten» Gemüter wirken muss. (Foto zvg) erledigen sich die Schlichtungsgesuche durch Vergleich, Anerkennung, Rückzug, Gegenstandslosigkeit oder mittels Ausstellung der Klagebewilligung ans Bezirksgericht. Welche Art Fälle werden ihr in Dietlikon vorgelegt? Karin Gautschi erzählt, dass die Art der Fälle in Dietlikon sehr vielfältig sei. Etwa ein Viertel der Fälle betreffe arbeitsrechtliche Streitigkeiten. Zu ihrer Motivation zu der für sie sehr interessanten Tätigkeit befragt, sagt sie, dass sie immer mehr die Wichtigkeit erkannt habe, den Fokus auf eine vernünftige Lösung zu richten, die irgendwo zwischen den Problemen liegt. Für sie steht diese Hilfe im Vordergrund. Privat ist die Dietliker Friedensrichterin ein Familienmensch. Sie bewegt sich gerne wandernd in der Natur und fährt im Winter Ski. Einen Termin mit ihr vereinbart man am besten über die Homepage der Gemeinde Dietlikon unter Friedensrichteramt – Gemeinde Dietlikon. Weitere Informationen: www.vfzh.ch, wo auch Formulare für ein Schlichtungsgesuch heruntergeladen werden können oder unter: www.gerichte-zh.ch Wir helfen Ihnen Ihre ungebetenen Gäste loszuwerden • Marderabwehr • Umweltgerechte Schädlingsbekämpfung • Fassadenschutz gegen Tauben, Kleinvögel und und Spinnen Dorfstrasse Ruchstuckstrasse 13 · 8306 25 · Brüttisellen 8306 Brüttisellen · Telefon · Telefon 044 807 044 50807 50 · 50 · www.insekta.ch F VSS D

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