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2021_07

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4 Dorfspiegel

4 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 7 18.2.2021 Das geplante Sportzentrum Zürich bringt nur Vorteile für die Gemeinde Ein Magnet für den Sport in Wangen-Brüttisellen Am 7. März stimmt das Stimmvolk von Wangen-Brüttisellen über das Sportzentrum Zürich ab. Genauer gesagt über die Leistungsvereinbarung zwischen dem Zweckverband Sportanlage Dürrbach und der Sportzentrum Dürrbach AG. Ein Gespräch mit Marco Bachmann, dem zuständigen Gemeinderat von Wangen-Brüttisellen, zeigt: Nachteile gibt es eigentlich keine. Laura Angst Der geplante Sportpalast beim Dürrbach bietet mehr als 30 Sportarten aus Breiten- und Leistungssport ein Zuhause. Eine vierfache Tennishalle, zwei Dreifachsporthallen mit Zuschauertribünen, ein Indoor-Fussballplatz, Kraft- und Konditionsräume, Gastronomiebetriebe, Sportgeschäfte und vieles mehr. Das geplante Sportzentrum Zürich auf dem Dürrbach soll zum «fundamentalen Meilenstein für die Schweizer Sportwelt» werden. Über 30 Sportarten finden im neuen Sportzentrum in Wangen-Brüttisellen ein Zuhause mit modernster Infrastruktur – vom Schulsport, über den Breiten- und bis hin zum Spitzensport. Tönt zu gut, um wahr zu sein? Im Hinblick auf die Abstimmung vom 7. März, bei welcher die Stimmbevölkerung von Wangen-Brüttisellen und Dübendorf über die Zukunft des Sportzentrums bestimmt, hat sich der Kurier mit dem zuständigen Gemeinderat aus Wangen-Brüttisellen, Marco Bachmann, zu den Vor- und Nachteilen des Sportzentrums ausgetauscht. Der Platz ist knapp Seit den 80er Jahren gibt es zwischen den Gemeinden Dübendorf und Wangen-Brüttisellen einen Zweckverband, der aus je einem Behördenvertreter aus Dübendorf und Wangen-Brüttisellen besteht sowie aus drei weiteren Mitgliedern aus den hiesigen Vereinen. Der Zweckverband hat die Aufgabe, die Sportanlagen Dürrbach mit der Leichtathletikanlage, den Fussballplätzen und der Sporthalle zu betreuen. Aber: Der Platz ist knapp. «Die Halle ist eigentlich immer ausgebucht», weiss Bachmann, der dem Zweckverband als politischer Vertreter aus Wangen-Brüttisellen seit drei Jahren beisitzt. Auch auf den Aussenplätzen komme es häufig zu Engpässen in der Platzverteilung. «Zudem haben wir immer wieder Notsanierungen am Dach, wenn es denn mal richtig regnet», sagt er und betont, dass die Halle renovationsbedürftig ist. Ein Haus für den Sport Fast schon glücklich scheint es, dass auch der Zürcher Turnverband und Zürich Tennis seit längerer Zeit nach einer ganzheitlichen Lösung für ihre Kompetenzzentren suchen. Bereits 2010 wurden erste Gespräche geführt, 2017 wurde dann die Sportzentrum Dürrbach AG gegründet, um die Vision vom gemeinsamen Haus des Sportes voranzutreiben. Im November 2020 gab die Stimmbevölkerung von Dübendorf und Wangen-Brüttisellen ein deutliches «Ja» zur Statutenänderung, die es dem Zweckverband erlaubte, die Baurechte in einem Unterbaurecht an die Sportzentrum Dürrbach AG abzutreten und den gesetzlichen Grundstein für das Sportzentrum Zürich legte. Nun gilt es, mit einem «Ja» zur Leistungsvereinbarung den Startschuss zur Realisation zu ermöglichen. 50 Prozent mehr Kapazitäten für die Vereine Für Marco Bachmann ist klar: Das Sportzentrum Zürich schafft für die Gemeinde, insbesondere für die Vereine, nur Vorteile. So hat der Zweckverband, also die Stadt Dübendorf und die Gemeinde Wangen-Brüttisellen, das Recht, anderthalb der insgesamt zwei Dreifachsporthallen zu 100 Prozent zu belegen. «Damit schaffen wir für unsere Vereine 50 Prozent mehr Kapazität als heute und erst noch in modernsten Dreifachsporthallen – und das zum gleichen Preis wie heute», fasst er es zusammen. Zudem profitieren die Vereine von einer enormen Infrastruktur: Sie können beispielsweise eine Kaffee- Ecke mieten oder die Einrichtung, um die bei den Turnieren so beliebten Hot Dogs zu verkaufen. Und das zu einem sportlichen Preis, denn «die Halle wird von Vereinssportlern gebaut und nicht von Investoren», so Bachmann. Voten aus den Vereinen Wenig erstaunlich also, dass auch die meisten Vereine aus der Gemeinde das Grossprojekt unterstützen. «Als Fussballclub unterstützen wir dieses zukunftsorientierte Projekt für ein top modernes Sportzentrum mit Blick für die langfristige Sicherung der Trainings- und Meisterschaftsbetriebe im Verein hinsichtlich der immer knapper werdenden Platzverhältnisse auf dem Lindenbuck und Halsrüti», sagt Bernhard Vetter vom FC Brüttisellen-Dietlikon. Auch Silvia Oehms, Präsidentin vom Turnverein Wangen-Brüttisellen, ist überzeugt, dass sich «mit dem neuen Sportzentrum für unsere Jugend neue Möglichkeiten eröffnen». Jakob Broger, Präsident vom Sportclub Wangen, setzt sich ebenfalls für das Sportzentrum ein, denn: «Das Sportzentrum Zürich bedeutet für den Sportclub Wangen eine optimale Infrastruktur für unsere polysportiven Trainings. Neben Fitness finden Unihockey, Hallenfussball und andere Mannschaftssportarten Platz in unserem Programm. Dazu sind wir auf eine ganzjährig verfügbare Halle angewiesen.» Begeisterung für Bewegung schaffen Neben den Vorteilen für die Vereine sieht Bachmann auch im Spitzensport eine Chance. Denn mit dem Sportzentrum Zürich gehen Spitzensportler und Sportlerinnen nicht mehr nur nach Magglingen, sondern auch nach Wangen-Brüttisellen. «Dieser Magnet wird sich positiv auf den Standort der beiden Gemeinden Dübendorf und Wangen-Brüttisellen auswirken», ist Bachmann überzeugt. Man werde von Wangen-Brüttisellen sprechen und dass nicht mehr nur dann, wenn es um das Autobahnkreuz geht. Zudem schaffe der Kontakt zum Leistungssport auch Begeisterung für Bewegung bei der breiten Bevölkerung und somit eine Chance, den Breitensport zu fördern: «Es ist wichtig und sinnvoll, dass wir den Sport fördern und den jungen Leuten in unserer Gemeinde so eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen», so Bachmann. «Ohne die Kooperation könnten wir das in dieser Vielfalt nicht realisieren», betont er. Und wer weiss: «Vielleicht wird sogar Roger Federer mal hier spielen», sagt er schmunzelnd. Auch der Verkehr wird geregelt Ob es nicht zum Verkehrschaos und Lärmbelästigung führt, wenn Roger Federer in Wangen aufschlägt? «Klar ist: das Sportzentrum wird zum Magneten», gibt Bachmann zu. Mit erhöhtem Besucheraufkommen müsse daher gerechnet werden. Zu Spitzentagen werden sogar bis zu 1350 Personen im Sportzentrum Zürich erwartet. Gerade die Tennis- und Turnanlässe werden aber vorwiegend in der Halle stattfinden, da es draussen gar keine Zuschauertribüne gebe. In punkto Verkehr sei Bachmann, der mit dem Ressort Liegenschaften auch für die Mobilität zuständig ist, in engem Kontakt mit den Verkehrsbetrieben Glattal. «Wir haben bereits die Zusage, dass wir den 15 Minuten Takt zwischen Dübendorf und Wangen auf das Wochenende ausweiten können, sobald die Halle steht», entschärft Bachmann. Die Option auf einen 7,5 Minuten Takt stehe ebenfalls im Raum, beispielsweise für spezielle Anlässe. Ein Parkplatzkonzept ist noch ausstehend, mit dem Flugfeld und den öffentlichen Parkplätzen bei der Skyguide sollte dies aber nicht zum Stolperstein werden. Kein Trainingsunterbruch Ebenso reibungslos sollte die Bauphase ablaufen. Bis der 80x80 auf 25 Meter (BxLxH) grosse Sportpalast einzugsbereit ist für den Breiten- und Spitzensport, vergehen noch ein paar Jahre. Im Sommer 2023 soll es soweit sein. Der Trainings- und Spielbetrieb bleibe aber auch während der Bauphase garantiert. «Die alte Halle bleibt stehen, bis die neue steht und wird erst dann rückgebaut», sagt Bachmann, der auch persönlich vom Projekt überzeugt ist. «Da kommen so viele verschiedene Sportarten, so viele Menschen, unterschiedliche Kulturen und Ansichten unter einem Dach zusammen – das ist einfach eine gute Sache», konkludiert er.

Kurier Nr. 7 18.2.2021 Dorfspiegel Dietlikon 5 Samariterverein Dietlikon Blutspenden ist systemrelevant, denn Spenderblut wird jederzeit benötigt Rund einhundert Personen, darunter auch zwölf Neuspender, fanden sich am Dienstagabend des 2. Februars zwischen 17.00 und 19.30 Uhr im Saal Fadacher ein. Sie liessen je knapp einen halben Liter ihres kostbaren Lebenssaftes beim Schweizerischen Roten Kreuz. Gut vier bis sieben Liter Blut zirkulieren im Gefäss-System jedes erwachsenen Menschen. Das sind etwa acht Prozent des Körpergewichts. Blut ist ein ganz besonderer Stoff, denn es transportiert Sauerstoff und Kohlendioxid, Zucker und Fette, Hormone und Vitamine. Es verschliesst Wunden, greift Krankheitserreger an und schleust mithilfe der Nieren Abfallstoffe aus dem Körper aus. In Zusammenarbeit mit den Muskeln entsteht unsere Körperwärme. Auch ist es ein Stoff, der vom menschlichen Körper selbst hergestellt wird. Eine Synthese von Blut ausserhalb des Körpers ist der Wissenschaft bislang noch nicht gut gelungen. Diese kostbare Flüssigkeit sollte also im Spital zur Verfügung stehen, wenn durch einen Unfall verletzte Personen Blut verloren haben oder wenn während einer Operation der Blutverlust gross gewesen ist. Mit unserem Blut werden auch Medikamente hergestellt. Weil man es auch nicht allzu lange lagern kann, rufen die Blutspendedienste die Bevölkerung der Schweiz von Zeit zu Zeit zur Blutspende auf. Denn: Blut rettet Leben. Der Ablauf des Blutspendens Der Saal Fadacher glich beim ersten Anblick einem Lazarett: Nebeneinander waren insgesamt zwölf Liegen aufgebaut, auf denen Magisches Quadrat die Spendenden während der Blutabgabe ruhen konnten. Um diese herum wuselte paramedizinisches Personal des örtlichen Samaritervereins, medizinische PraxisassistentInnen und Angehörige des Schweizerischen Roten Kreuzes. Sie stecken Kanülen, die Spender überwachten und anschliessend Verbände anlegten. Bevor es aber ans Spenden gehen konnte, musste vorab der administrative Teil erledigt werden. Dazu setzte man sich an einem Tisch einer administrativmedizinisch geschulten Person visà-vis, welche die Personalien aufnahm. Ein trennendes Plastikschild stand schützend in der Mitte. Danach mussten noch einige verschiedene Parameter gecheckt werden: Ob sich die Blutspendewilligen gesund fühlten, fieberfrei waren, wenigstens 50 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage brachten, mindestens 18 Jahre alt waren und sich in den letzten 12 Monaten keiner schweren Operation unterziehen mussten. Darauffolgend wurde der aktuelle Hämoglobingehalt bestimmt. Das Hämoglobin gibt unserem Lebenssaft die rote Farbe und sorgt für den wichtigen Sauerstofftransport in unsere gesamten Körperzellen. War dieser Wert zu niedrig, durfte nicht gespendet werden. War der Wert aber soweit in Ordnung und alle noch offenen 1 2 3 4 5 1 Dorf aus der Pottwal-Demo-Halle im Aargau und Kanton St.Gallen. 2 Der Mann in Marianne. 3 Auf der schwarzen – gut zu verstehen – möchte niemand gerne stehen. 4 Steht nach dem Ablauf auf der Packung drauf. 5 Briten würden es vornehm so ausdrücken: This one könnte sie not really entzücken 2 Auf Seite 15 steht die Auflösung dieses Rätsels. 3 4 5 Hier wird für das Leben retten vorgesorgt. (Foto yz) Fragen geklärt, bekam man einen Beutel ausgehändigt und durfte sich damit zu einer freien Liege begeben. Der Beutel wurde neben dem Bett in eine Art hängenden Kasten gelegt. Dann wurde die Armbeuge desinfiziert und die Kanüle in die Vene gesteckt. Die gesamte Blutspende dauerte jeweils etwa zehn Minuten bis 450 Milliliter abgezapft und im Beutel waren. Weitere insgesamt 40 Milliliter, in 4 Röhrchen gesammelt, wurden für Untersuchungen im Labor entnommen. Wenn vom Labor die Bestätigung kommt, dass das Spenderblut frei ist von Krankheitserregern, wird es für die weitere Verwendung freigegeben. Nach der Blutspende wurde ein Verband angelegt und die blutspendende Person durfte sich vorsichtig von der Horizontalen wieder in die Vertikale und in Richtung Kuchen und Getränk begeben. Blutspenden in Zeiten von Corona? Wie erklären sich solch hohe Besucherzahlen in Zeiten von Corona? Claudia Kühni, Präsidentin des Samaritervereins Dietlikon, meinte, dass es daran liege, dass mehr Zeit Zuhause verbracht wird. Zudem mache man sich vermehrt Gedanken um die Gesundheit und beschäftige sich verstärkt mit gesundheitlichen Themen. Es liege nicht daran, so Kühni, dass wegen Corona mehr Blut gebraucht würde. Ausserdem konnten so einige Blutspendeaktionen, gerade bei Grossfirmen, im Glatttal und in den umliegenden Ortschaften, pandemiebedingt in den letzten Wochen und Monaten nicht durchgeführt werden. Dieser Umstand führte vermutlich dazu, dass dieser Anlass fast überrannt wurde. Insgesamt waren 96 Personen zum Blutspenden gekommen. Dazu führte Kühni ergänzend aus, dass eine Blutspende dem Körper sogar guttäte. Warum? Durch eine Blutspende wird das Blut zur Erneuerung angeregt. Damit verlässt auch das sich im Blut befindliche Cholesterin den Körper schneller. Am Tag der Blutspende sollte man vor der Blutabgabe mehr Flüssigkeit zu sich nehmen als sonst. Danach sollte man auch wieder etwas trinken, um den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen. Das «verlorene» Blut wird vom Körper durch Nachbildung der weissen Blutkörperchen, der Leukozyten und des Blutplasmas, innert 24 Stunden wieder ersetzt. Die roten Blutkörperchen, Erythrocyten genannt, haben sich im Rückenmark innerhalb einer Woche wieder neu gebildet. Für den Fall, dass sich während des Spendens ein unvorhergesehener Notfall ereignen sollte, ist das Personal hinreichend geschult, um richtig darauf zu reagieren. Glücklicherweise ist nichts passiert an diesem Tag, und die gut zweieinhalb Stunden reichten für die Spende der knapp 100 Personen gerade so aus. Zum Schluss: Ein kleiner Imbiss für alle Spender Nach der Spende wurde jedem Blutspendewilligen ein Stück Kuchen und ein Süssgetränk angeboten. «Früher gab es auch Gemüsesuppe oder ein ‹Eingeklemmtes›, berichtete Erich Senti, einer der «Urgesteine» des Samaritervereins von Dietlikon. «Das geht leider alles zurzeit wegen Corona nicht. Früher hatten wir auch immer eine Art Restaurantecke eingerichtet, in der man den einen oder anderen Schwatz miteinander halten konnte.» Jubilaren oder Jubilarinnen waren an diesem Blutspendeanlass keine zugegen. Diese werden nach einer entsprechenden Anzahl Blutspenden mit einer Flasche Wein oder einem Blumenstrauss beschenkt.

Gemeindezeitung Kurier