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2021_07

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2 Dorfspiegel Dietlikon

2 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 7 18.2.2021 Beidseitig seiner Ufer laden Fussgängerwege zum Flanieren ein. Das Wasser fliesst träge. Magisch bewegen sich die Schwimmgräser in seiner Strömung. Auffallend viele Hundebesitzer sind mit ihren Lieblingen unterwegs. Vielfach nicht angeleint. Mütter, selten alleine, stossen ihre Kinderwagen und diskutieren als gäbe es hier rein gar nichts zu beachten. Wer hier mit seinem Fotoapparat Motive sucht, wird unmittelbar mit dem Spannungsbogen von Ignoranz bis zur vollen Aufmerksamkeit gegenüber der Natur konfrontiert. Die zahlreich angenagten Bäume verraten die Existenz des Bibers. Unterhalb der Vereinigung von Altbach und Chriesbach haben sie einen respektablen Damm gebaut. Mit über einem Meter Höhe staut er das Wasser zu einem breiten Teich – ganz zur Freude vieler Enten. Weiter oben im Altbach liegen Bäume quer im Flussbett. Ein Paradies für die Tiere. Spannende Beobachtungen Die zum Teil stark angenagten Bäume drohten schon einzustürzen und hätten Passanten verletzen können. Zwischenzeitlich wurden sie gezielt gefällt. Ihre Stämme liegen zum Teil im Altbach, so als hätte der Biber dies selber bewerkstelligt. Weitere Bäume wurden mit Drahtgeflechten gegen Biberbefall geschützt. Diese Beobachtung zeigt, dass man den Biber sicher nicht vertreiben will. Wer hätte denn gedacht, dass es hier sogar das Hermelin zu bewun-

Kurier Nr. 7 18.2.2021 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen 3 dern gibt. Ein helles Blinken verrät die Anwesenheit dieses wunderschönen Tiers. Immer wenn das Hermelin sich aufrichtet, gewahrt man seinen weissen Bauch. Springt er flink zum nächsten Punkt, zeigt er seinen braunen Rücken. Der Hermelin in seiner überaus flinken Art ist die Herausforderung für den Fotografen. Als Unterscheidung zu anderen ähnlichen Tieren trägt das Hermelin in all seinen Kleidern, ob braun-weiss oder ganz weiss, immer eine schwarze Schwanzspitze. Ein Ehepaar fragt neugierig, was hier denn zu finden sei. Auf die Antwort «Eisvogel, Hermelin, Graureiher, Vögel und Enten» reagieren sie erstaunt. Hier gibt es Eisvögel und Hermeline? Ja, die Enten würden sie schon sehen, aber einen Eisvogel oder gar das Hermelin hätten sie hier noch gar nie gesehen. Pidu zeigt ihnen auf dem Bildschirm ein mit dem Teleobjektiv kurz zuvor gemachtes Foto einer Ente. Da zeigen sie sich erstaunt. Nach der Verabschiedung wünschen sie viel Glück und spazieren weiter. Pidu bleibt noch stehen und fotografiert einen Graureiher. Im Blickwinkel sieht er den Mann 40 Meter voraus mit dem Finger auf den Bach zeigend. Ein auffallend farbiger Fleck in einem Strauch am Wasser macht sofort klar: Ja, da ist ein Eisvogel. Was sie ihm am Ende noch mitteilen, wird Pidu in Erinnerung bleiben. Sie bedankten sich dafür, dass ihnen die Augen geöffnet wurden. Hätte diese Begegnung nicht stattgefunden, hätten sie den Eisvogel nie gesehen.

Gemeindezeitung Kurier