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2017-01

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Amtliches Publikationsorgan der Gemeinden 6. Januar 2017 1 Food-Waste – die Lebensmittelverschwendung in den «Kurier»-Gemeinden Zwischen Feld und Teller verloren gegangen Ein Drittel der in der Schweiz produzierten Lebensmittel gehen entlang der Lebensmittelkette verloren. Das entspricht pro Jahr einer Menge von zwei Millionen Tonnen einwandfreier Nahrungsmittel, einer Menge, die in etwa auf der Fläche des Kantons Zürich erzeugt wird. Wo und wie aber entstehen diese Verluste? Die Feiertage sind vorbei und damit auch die für eine festliche Tafel notwendigen Grosseinkäufe. Im Kühlschrank lagern noch manche Überbleibsel: Eine Packung Rauchlachs – Tante Martha zog ein Canapé mit Lyoner vor. Vom Kalbsbraten ist die Hälfte übrig geblieben –, Onkel Hans war krank. Und Cousine Gisela sagte die Einladung kurzfristig ab, sie reiste in die Ferien. Der Brotkorb ist noch übervoll und vom angeschnittenen Christstollen mag keiner mehr essen. Wo gehen die Lebensmittel verloren? Um es vorweg zu nehmen: Der Detailhandel ist nicht der Hauptverursacher der Verluste zwischen Produktion und Endverbrauch. Oft als Hauptverschwender dargestellt, trägt der Detailhandel vergleichsweise wenig zur Verlustmenge bei: fünf Prozent, gleichauf mit der Gastronomie. In der Produktion sind es bloss 13 Prozent, in der Verarbeitung hingegen 30 Prozent. Spitzenreiter sind die Privathaushalte: Dort gehen 45 Prozent der Verlustmenge in den Kompostierkübel oder in den Müll. Auskunft über Food-Waste war einfach zu erhalten, das Thema hat seinen festen Platz im Geschäftsalltag der Detailhändler. Allerdings darf das Personal keine Angaben machen, man wird an den Chef oder an die Kommunikationsabteilung verwiesen. Die geführten Gespräche, die Telefonate und die Mailkontakte wurden ausführlich und sehr entgegenkommend bearbeitet, denn jeder Laden und jede Ladenkette will natürlich gut dastehen: Alle betonen, dass ihnen der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln wichtig ist. Der Detailhandel scheint für dieses Thema sensibilisiert zu sein. Die Befragung ergab ein einheitliches Bild: Überall wurden die bindenden und strengen Gesetze beanstandet, die kaum Spielraum liessen. Es wurden die Vorschriften genannt, denen man sich zu unterordnen hätte, wie zum Beispiel die übervorsichtigen Haltbarkeitsangaben oder die unumstössliche Priorität der Qualität. Es wurde die fehlende Wertschätzung den Nahrungsmitteln gegenüber bemängelt – und natürlich der Konsument hervorgehoben, der eben immer alles zu jeder Zeit zur Verfügung haben wolle. Unbestritten war, dass Abfall nicht restlos vermieden werden kann. Was aber nicht in Erfahrung gebracht werden konnte, war, wie viele Brote, Kopfsalate, Joghurts und Cervelats wirklich entsorgt werden. «Wir führen keine Statistik über die einzelnen Geschäfte an einzelnen Standorten», war die einhellige Antwort. Gemüseanbau Um den Markt jederzeit bedienen zu können und um die geforderte Ausbeute zu gewährleisten, wird bereits in der Landwirtschaft übermässig produziert. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass Erntemengen und deren Qualität schwanken und nie genau vorausgesagt werden können. In der Verarbeitung werden dann minderwertige, nicht den Anforderungen genügende Ware, grosszügig aussortiert. Dazu schreibt der Verband Schweizer Gemüseproduzenten: «Wichtig zu wissen ist, dass unser Verband und die Branche vor zwei Jahren aus diesem Grund die Qualitätsnormen für Gemüse überprüft und angepasst hat: Wir haben die Qualitätsstandards herabgesetzt und rechnen mit einer höheren Toleranz von Seiten des Handels und der Konsumenten. Diese neuen Normen sind seit Anfang 2015 in Kraft.» Zudem stünden heute verschiedenste Marktsegmente zur Verfügung, wie beispielsweise M-Budget-Linie oder Ünique von Coop, Wo der Bär los ist die auch zweitklassige Gemüse in den Verkauf bringen. Wie der Verband weiter aktiv Einfluss nehmen kann? – Dazu bleibt die Antwort vage: «In gemeinsamen Bestrebungen mit dem Handel setzen wir uns dafür ein, dass möglichst all unsere Produkte einen passenden Absatzkanal finden. Leider ist der Einfluss gegenüber den Abnehmern der landwirtschaftlichen Produkte begrenzt, dazu müssten Sie den Detailhandel kontaktieren.» Bäckerei Hotz «Wir berechnen etwa acht Prozent Retouren bei der Tagesproduktion wie Brot, Gebäck und Sandwiches», sagt Daniel Bollin, stellvertretender Geschäftsführer der Bäckerei und Konditorei Ernst Hotz AG, die an der Zürichstrasse in Brüttisellen eine Filiale mit Cafeteria betreibt. «Kunden wollen bis zum Ladenschluss mehrere verschiedene Brotsorten im Gestell. Das Retouren-Machen können wir so nicht wirklich ändern. Wenn Lesen Sie bitte weiter auf Seite 2 Rotacher im hellen Lichte Das Pflegezentrum Rotacher in Dietlikon erstrahlte 4 gleich an drei Abenden im Lichterglanz. Lego-Architektur in Dietlikon Ein Leserbriefschreiber fragt sich, ob sich Dietlikon in 5 eine Art Legoland verwandeln wird. Amtlich Gemeinsam 8–9 Wangen-Brüttisellen 10–11 Dietlikon 12–13 Am 13. Januar lässt der renommierte Fotograf und Abenteurer Thomas Sbampato aus Dietlikon die Grizzlys los. In einer Multivisionsshow lädt er nach Kanada und Alaska ein. Lesen Sie mehr über die grosse wilde Freiheit auf Seite 3. (Foto zvg)

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