Aufrufe
vor 1 Jahr

2018_47

  • Text
  • Dietlikon
  • November
  • Dezember
  • Kurier
  • Gemeinde
  • Gemeinderat
  • Kinder
  • Telefon
  • Wangen
  • Dietliker

4 Dorfspiegel

4 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 47 23.11.2018 Gründungsversammlung Wangen-Brüttisellen erhält erstmals eine CVP-Ortssektion Ein schöneres Geschenk hätte sich Remo Stadler zu seinem 28. Geburtstag nicht wünschen können: Am Dienstag wurde er als Präsident der CVP Wangen-Brüttisellen gewählt. Nach der Gründungsversammlung im Gasthof Sternen muss sich die Ortspartei nun aber erst beweisen – und dem allgemeinen Wählerschwund der CVP trotzen. Leo Niessner Auf nationaler Ebene schreibt die CVP zurzeit Negativschlagzeilen: Der Genfer Nationalrat Guillaume Barazzone sorgt mit hohen Spesen für Unmut. Zuvor wurde der Walliser Nationalrat Yannick Buttet wegen Nötigung auf zwei Jahre Bewährung verurteilt. Gleichzeitig büsst die Mitte-Partei seit Jahren an Wähleranteilen ein – und verliert nun mit dem Rücktritt von Doris Leuthard auch noch eine beliebte Bundesrätin. «In der Tat, nicht alles, was in der Partei geschehen ist, gibt Anlass zur Freude», sagt Remo Stadler. Als Präsident der CVP Wangen-Brüttisellen, die am Dienstag neu gegründet wurde, will er den negativen Meldungen entgegenwirken. Bestimmt brauche es eine Charmeoffensive. Noch wichtiger sei indes, dass die gewählten Parteimitglieder eine gute Arbeit machen, gerade auch in der Lokalpolitik, sagt der 28-Jährige. Und in diesem Bereich gibt die CVP zurzeit ganz schön Gas: Am 8. November hat sie in einen Ableger in Mönchaltorf gegründet. Mit der Ortspartei in Wangen-Brüttisellen hat sie am Dienstag ein Loch gestopft: Seither ist sie in jeder Gemeinde des Bezirks Uster vertreten. Gemeinsame Sache mit der Schwesterpartei aus Dübendorf Vorläufig politisiert der neue Ableger in den Kuriergemeinden als Schwesterpartei der CVP Dübendorf, wo Remo Stadler zuhause ist. Doch das soll sich ändern. In drei jahren, wenn die nächsten Wahlen anstehen, will die junge Ortspartei in Wangen- Brüttisellen einen Wählenanteil von 4,6 Prozent erreichen. Dann kann sie sich von Dübendorf lösen. Bis dahin muss sich der neue Ableger in den Kuriergemeinden aber erst bewähren und sich die Gunst der Wähler erarbeiten. Diese will Grosse Pläne mit der neuen Ortspartei: Remo Stadler, Präsident der CVP Wangen-Brüttisellen. (Foto zvg) sie laut Remo Stadler leicht links der Mitte abholen, wo er die junge Ortspartei vorsichtig verortet. Die Themenschwerpunkte, die man verfolgen will, unterstreichen das: «Eine anständige, vorausschauende Familienpolitik ist uns wichtig», zählt Remo Stadler auf. Ein weiteres Ziel der CVP sei es, den Mittelstand zu unterstützen und finnaziell zu entlasten. «Es ist uns ein Anliegen, dass die Krankenkassenprämien nicht explodieren», ergänzt er. Die Kernpunkte der CVP-Kommunalpolitik So weit, so gut. Doch das sind Anliegen, welche die CVP auf dem nationalen Parkett verfolgt. Das garantiert noch keine Wählerstimmen aus der Region. Wer hier punkten will, muss sich auch mit den kommunalen Themen auseinandersetzen. Doch auch hier will die neue CVP-Sektion tätig werden. «Wir setzen uns für den Innovationspark am Militärflugplatz Dübendorf ein», sagt Remo Stadler. Ziel sei es, dass die Gemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen hier an einem Strang ziehen. Zudem solle sich die Privatwirtschaft in den Orten entfalten. Und wie sieht es im Bereich des Bauens aus? Dieses Thema wird vor allem Brüttisellen in den nächsten Jahren beschäftigen, wie sich an der Gemeindeversammlung Anfang November zeigte (der Kurier berichtete): Das «Brüttiseller Tor» wird das Dorfbild massiv verändern, und die Gemeinde erhält einen städtischen Charakter. Remo Stadler gibt sich diplomatisch: Die CVP werde die Wachstumspläne natürlich genau beobachten. Es sei eben wichtig, dass man sich als Gemeinde in den Prozess einbringt. «Grundsätzlich soll die Wirtschaft aber nicht einfach drauflos bauen können. Uns ist es ein Anliegen, die Bedürfnisse der Bevölkerungen gegenüber den Bauherren zu vertreten, etwa, dass diese Grünflächen in ihre neuen Firmenkomplexe einplanen», erklärt er. Eines der Ziele der Ortspartei sei es grundsätzlich, zu verhindern, dass etwas gebaut wird, worüber sich danach alle aufregen. Viele Aufgaben für die neu gegründete CVP Wangen- Brüttisellen, die sich nun erst einmal beweisen muss. Glückwünsche von Gemeindepräsidentin Marlis Dürst Ermunternde Worte gibt es von Wangen-Brüttisellens Gemeindepräsidentin Marlis Dürst (Forum), die zur Gründungsversammlung am Dienstag kurzfristig als Gastrednerin eingeladen wurde: «Ich begrüsse es, dass wir eine weitere politische Organisation in Wangen- Brüttisellen haben.» Das fördere den politischen Diskurs. Natürlich hoffe sie zugleich darauf, dass sich die neue Ortspartei aktiv am Gemeindeleben beteilige. In welchen Gremien die Parteimitglieder Einsitz nehmen, darauf habe sie aber genauso wenig Einfluss wie der Gemeinderat. Die Parteien würden die Teilnahme etwa an der Rechnungsprüfungskommission (RPK) selber bestimmen. Von ihrer Warte als Forum-Politikerin aus ist Marlis Dürst gleichzeitig gespannt, wie sich die neue CVP-Sektion in ihrer Gemeinde positionieren wird. Als Konkurrenz sehe sie die neue Partei nicht. Nur etwas erstaunt sie: Dass in der Gemeinde keine Werbung für die Gründung gemacht wurde. Ob es der neuen Ortspartei gelingt, den negativen Schlagzeilen und dem Wählerschwund auf nationaler Ebene entgegenzuwirken – zumindest im Lokalen –, ist noch offen. Ob die Rechnung des Gründungs- OKs aufgeht, dem auch Präsident Remo Stadler angehörte, wird sich spätestens in drei Jahren zeigen. Dann wird in den Kuriergemeinden neu gewählt. Wir helfen Ihnen Ihre ungebetenen Gäste loszuwerden Marderabwehr Umweltgerechte Schädlingsbekämpfung Fassadenschutz gegen Tauben, Kleinvögel und Spinnen Dorfstrasse 13 · 8306 Brüttisellen · Telefon 044 807 50 50 · www.insekta.ch F VSS D ● Mineralische Mauerwerk und Putzsanierung ● Gartengestaltung ● Treppen, Sitzplätze René Fringeli Maurer-Plaenlegergeschä Im Chrüzacher 22, 8306 Brüsellen Tel. 044 888 27 70, 079 403 67 44 Mail rene.fringeli@sunrise.ch Schweizer Handwerk

Kurier Nr. 47 23.11.2018 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 5 Mehr als ein Kilometer lang: Räbeliechtli-Umzug durch Wangen. (Fotos uw) Räbeliechtli-Umzug in Wangen Eine leuchtende Tradition Am vorletzten Mittwoch erleuchteten Räbeliechtli die Gemeinde Wangen. Rund 150 Kinder mit Eltern nahmen auf dem etwa 1200 Meter langen Umzug teil. Urs Weisskopf Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Umzugs herrschte auf dem roten Sportplatz beim Schulhaus Oberwisen ein gemütliches Gedränge. Hier trafen sich Papa, Mama, die Grosseltern und eben die Hauptdarstellerinnen und Darsteller: Kinder mit ihren Räben. Diese hatten die Kinder während des Vormittags mit Unterstützung der Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen sowie Lehrer in die richtige Form gebracht. Der Tag beginnt für das OK bereits um acht Uhr, die Helfer treffen um 9 Uhr ein. Ziel ist es nun, rund 120 Räben für den Umzugswagen und für die Dekoration vor der Kirche auszuhöhlen und zu verzieren. Unterstützung dafür bietet eine spezielle Maschine, welche die Räben aushöhlt. So werden die Helfer sowie die Kinder der 4. und 5. Klasse von einer aufwändigen Arbeit entlastet und können gleich mit dem kreativen Teil beginnen und müssen nur noch wenig aushöhlen. Das Resultat leuchtet rund um den Sportplatz, wo die Kinder ihre Räben begeistert den Eltern und Verwandten zeigen. Kurz vor 18 Uhr sind die verschiedenen Klassen hinter den leuchtenden Sujets wie Herz, Sterne, Sonne und Mond versammelt. Noch wenig beachtet sind oberhalb des Sportplatzes, auf dem Pausenplatz, Helfer mit den Vorbereitungen der Verpflegung beschäftigt. Schliesslich werden nach dem Umzug mit rund 1200 Metern hungrige Kinder und Erwachsene erwartet. Das OK: v.l. Diana Hiemann, Nicole Spörndli, Caroline Goll und ganz rechts aussen ist Kathia Glaus. Trommelwirbel – und los gehts Pünktlich um 18 Uhr ertönen die Trommeln der Tambourgruppe der Jugendmusik Wallisellen und Dübendorf. Dies ist das Startzeichen für den Räbeliechtli-Umzug. Nun kommt auch Bewegung hinter den Tambouren und das Herz, der Stern, die Sonne bewegen sich im Tempo der Musiker. Mit kleinen Schritten geht es von der Unterdorfstrasse via Dorfplatz zur reformierten Kirche. Während der kurzen Pause sangen die Anwesenden Lieder zu den Akkordeonklängen von Susi Glauser von der Musikschule Region Dübendorf mit den Schülerinnen Jasmin, Melina und Seraina. Danach führte der Weg zurück via Hegnaustrasse, Dorfplatz, Mühlegasse zum Schulhaus Oberwisen. Die offerierten Hotdogs und Punsch der Gemeinde für die Kinder fanden reissenden Absatz. Nun zeigte sich, dass die vorbereiteten Verpflegungsorte gut organisiert waren. Aber wer steckt denn eigentlich hinter all diesen Vorbereitungen und warum nimmt das OK diese Arbeit jedes Jahr auf sich? Begeisterung für die Tradition «Der Räbeliechtli-Umzug hat Tradition und den gibt es ja schon sehr lange. Mir ist es wichtig, dass dieser Umzug jedes Jahr stattfinden kann, weil ich sehe, wie viel Freude es vor allem den jüngeren Kindern macht», sagt Nicole Spörndli, und spricht wohl für das ganze Team aus der Seele. Zum Team gehören auch Diana Hiemann, Caroline Goll (beide Verpflegung), Kathia Glaus (Umzug). «Auch alle Helfer sind sehr wichtig, denn ohne diese Unterstützung könnten wir keinen Umzug mehr organisieren und das wäre doch sehr schade», ergänzt Spörndli. Noch scheint die Motivation zu reichen, denn alle sind mit Herzblut dabei. Doch die Vorbereitungen seien recht aufwändig. Zweimal im Jahr trifft sich das OK und bespricht die wichtigen Punkte, wie Personaleinsatz, Verpflegung, Ablauf und budgetiert das vorhandene Geld den einzelnen Positionen zu. Dies ist jedoch nur der theoretische Aufwand. Letztendlich müssen die einzelnen Punkte umgesetzt werden. Daher gibt es einiges an Administrativem zu erledigen und natürlich muss das Essen organisiert, bestellt und eingekauft werden. Einen Tag vor dem Umzug wird der Umzugswagen soweit als möglich vorbereitet und die angelieferten Räben werden verteilt. Am Tag des Umzuges ist das OK von acht Uhr bis Ende des Anlasses am Abend beschäftigt. Der Einsatz beginnt mit Räben schnitzen, alles aufstellen und vorbereiten und am Ende alles wieder aufräumen. «Wir haben nach dem Umzug schon einige E-Mails mit Komplimenten erhalten oder es gab auch schon Personen, die uns persönlich gesagt haben, dass der Umzug toll war. Das freut uns jedes Mal und deshalb sind wir auch bereit, diesen Anlass zu organisieren. Es ist schön, wenn man spürt, dass die Leute Freude an diesem Anlass haben.»

Gemeindezeitung Kurier