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2 Dorfspiegel Dietlikon

2 Dorfspiegel Dietlikon / Wangen-Brüttisellen Kurier Nr. 39 28.9.2018 Heinz Eisele (mit Brille) weiss viel über Pilze zu erzählen, unter anderem über den Tintling (Foto Mitte). Ungeniessbar: Orangenbecherling. (Fotos sr) Gleich zu Beginn wird ein Nordischer Porling bestaunt. Der kommt dieses Jahr relativ häufig vor. Wieso das so ist, weiss man nicht genau. Eisele sagt: «Generell weiss man eigentlich noch nicht wirklich viel von Pilzen. Dabei haben sie eine wichtige Funktion. Sie bauen organisches Material ab. Viel mehr nämlich als Bakterien.» Pilze gehen eine Symbiose ein mit Bäumen. So findet man Steinpilze in der Nähe von Fichten, Trüffel bei Eichen, Fliegenpilze bei Föhren. Steinpilze mögen dabei eher sonnige Plätzchen und können auch in einer gewissen Entfernung von den Bäumen sein, weil die Fichten Flachwurzler sind. Den Leuten die Natur näherbringen Beim Rundgang entdecken die Teilnehmer viele Pilze in speziellen Formen und mit sonderlichen Namen wie Krause Glucke, der wie ein Badeschwamm aussieht, Birnenstäubling (beide essbar), Tintling, Orangebecherling, Grünblättriger Schwefelkopf, Schweinitzi, Purpurfarbiger Holzritterling und andere Kuriositäten. Die einen unscheinbar, die anderen kräftig leuchtend. Die meisten sind an diesem Tag schlicht zu klein, haben zu wenig Fruchtfleisch oder verursachen starke Übelkeit. Andere sind echt giftig. Sogar eine Stinkmorchel, bedeckt von einem Dutzend Fliegen, wird entdeckt. Das Sekret, das die Stinkmorchel abgibt, lockt die Fliegen an und diese übernehmen die Vermehrung der Pilzsporen. Sogar einen Fliegenpilz bekommt die Gruppe zu Gesicht und staunt, wie sich die Tüpfli einfach wegschaben lassen, wie es auch bei starkem Regen geschieht. Margrit und Heinz Dieckmann aus Dietlikon hat der Rundgang sehr gut gefallen. Sie sind viel im Hardwald unterwegs. «Wir haben gestern Perlpilze gefunden und daraus Schnitzel gemacht», freut sich Margrit Dieckmann. Die beiden kennen sich mit Pilzen aus. Trotzdem sind Pilzkontrollen unerlässlich, wie Eisele sagt: «Wenn die Leute in den Wald gehen zum Pilze sammeln, bekommen sie auch ein Verständnis für die Natur. Das ist richtig und wichtig. In vielen Gemeinden werden heute aber Pilzkontrollen eingespart. Dabei geht viel Wissen verloren. Und ein einziger medizinischer Notfall kostet wesentlich mehr als die Pilzkontrollen pro Jahr.» Schnecken vertragen mehr Gift Wer sich auf alte Pilzbücher verlässt, tut sich keinen Gefallen. Denn gemäss dieser alten Literatur wären praktisch alle Pilze essbar. Heute ist man schlauer und es wird genauer unterschieden zwischen essbar, nicht essbar und giftig. Trotzdem braucht es viel Erfahrung, um Pilze zu erkennen. «Wer sich da auf die neusten Pilz-Apps verlässt, spielt russisches Roulette», erklärt Eisele. Pilze sehen in verschiedenen Stadien sehr unterschiedlich aus. Ausserdem ist auch der Geruch ein Erkennungsmerkmal und wie sich die Textur anfühlt oder verändert bei Berührung. Bis heute gibt es keinen messbaren Indikator für die Giftigkeit von Pilzen. Man verlässt sich auf Erfahrungswerte. Während die einen Pilze zum Glück nur starke Übelkeit und Kopfweh, aber keine bleibenden Schäden verursachen, führen andere wegen ihrer Zellgifte zu nachhaltiger Schädigung von Nieren oder Leber. Und können gar tödlich sein. Bei den Tieren verhält es sich ein wenig anders. Auch giftige und als nicht essbar deklarierte Pilze haben viele Fresspuren. Sie sind Nahrung für Schnecken und andere Kleintiere. «Schnecken vertragen 1000-mal Wer sich auf die neusten Pilz-Apps verlässt, spielt russisches Roulette. mehr Gift als der Mensch.» Pilze sollten für Menschen auf alle Fälle nur Beilage und nicht Hauptspeise sein, bestehen sie doch mehrheitlich auch Chitin, also demselben Material wie Insektenpanzer und sind deshalb schwer verdaulich. Man stelle sich also vor, man esse einen Teller voll Käfer- und Insektenpanzer… Pilze sammeln im Kanton Zürich Vom ersten bis zum zehnten Tag eines Monats darf nicht gesammelt werden. Die Sammeltage und auch die Pilzkontrollen sind kantonal beziehungsweise kommunal geregelt. Über Ort und Zeit von Pilzkontrollen geben die Gemeinden Auskunft oder Sie finden die Angaben im Internet unter vapko.ch Der Spitzschuppige Schirmling, der spinnennetzartiges Gewebe unter dem Schirm hat, ist giftig.

Kurier Nr. 39 28.9.2018 Dorfspiegel Wangen-Brüttisellen 3 Jubiläumsabend der Musikschule Region Dübendorf Wo der Musiknachwuchs zu Hause ist Seit 50 Jahren gibt es die Musikschule Region Dübendorf (MRD). Trotz Computerspielen und einem enormen Freizeitangebot ist die Nachfrage von Jugendlichen und Erwachsenen nach Musikunterricht ungebrochen. Nicht zuletzt wegen der innovativen Unterrichtsgestaltung. Helga Eissler «Freude am Erlernen eines Instruments, Entdecken der eigenen Fähigkeiten und die Teamentwicklung» sind die Stichworte, die am Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen der MRD am letzten Donnerstagabend im Kulturzentrum der Stadt Dübendorf in der Oberen Mühle von ihren Verantwortlichen immer wieder fallen. Sie charakterisieren am besten die Selbständigkeit des Lernens, wie es seit 2010 den Schülerinnen und Schülern angeboten wird. Eine Erfolgsgeschichte Die Musikschule Dübendorf wurde 1968 gegründet, um Kindern und Jugendlichen der Stadt Dübendorf eine musikalische Ausbildung durch qualifizierte Berufsmusiker und Berufsmusikerinnen zu ermöglichen. Ein Meilenstein war dann 2010: Die Gemeinden Dübendorf, Schwerzenbach und Wangen-Brüttisellen beschliessen die Zusammenarbeit. Schulleitungen und Sekretariate werden zusammengelegt und arbeiten von Dübendorf aus. Seit 2012 ist auch die Gemeinde Fällanden in die MRD integriert. Steigende Nachfrage Im Gründungsjahr 1968 unterrichtete die Musikschule 115 Schülerinnen und Schüler mit elf Lehrpersonen auf fünf Instrumenten. Im Jubiläumsjahr 2003 waren es bereits 427 Schülerinnen und Schüler, die von fünfzig Lehrpersonen in einundzwanzig verschiedenen Fächern unterrichtet wurden. Gegenwärtig unterrichten 78 Lehrpersonen 1500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 27 Fächern. Bevorzugte Instrumente sind das Klavier, die akustische Gitarre und die Violine. Stadtpräsident André Ingold äusserte sich in seinem Grusswort zu dieser Entwicklung wie folgt: «Seit Olivier Scurio 2006 mit der Leitung der Musikschule betraut wurde, setzte ein fulminanter Aufschwung ein», und fügte hinzu: «Musik ist eine wunderbare Sache, ich selbst habe bis vor einigen Jahren ein Instrument gespielt und nach den Proben hatte ich wieder einen freien Kopf.» Fähigkeiten zu ermöglichen. Dabei kommt seit 2010 das vielfältige Lernen mit multidimensionalem Unterricht (MDU) zur Anwendung. Ab 2009 beschäftigte sich die Musikschule mit dieser Unterrichtsmethode und und die ersten Lehrpersonen begannen mit der Ausbildung. 2012 wurde die MRD in Berlin mit dem Zertifikat «MDU- Pilotschule» als eine von sieben Musikschulen des deutschsprachigen Raums ausgezeichnet. MDU ist eine Kombination aus Unterricht, selbständigem Üben und niveaugemischtem Lernen. Im MDU-Unterricht werden verschiedene Unterrichtsformen kombiniert, das heisst, Unterrichtszeiten werden durch die Lehrkraft in kombiniertem Einzel-, Gruppen- und Klassenunterricht flexibel aufgeteilt. Im Vordergrund des MDU-Unterrichts steht die Selbständigkeit des Lernens. Die Teilnahme von Schülern und Lehrkräften an dieser Unterrichtsmethode ist freiwillig. Verschiedene Instrumentalensembles, das Orchester «con entusiasmo» und Chöre ergänzen den Unterricht und fördern das gemeinsame Erlebnis, die Kameradschaft und animieren zum Üben. Mit «in vino musica»-Konzerten auf hohem Niveau präsentieren sich die Lehrpersonen mit ihren Formationen und selbstgewählten Programmen. Vorzeigeschule Die Ausbildung zur zertifizierten MDU–Lehrkraft stösst auf eine rege Resonanz. Gerhard Wolters, Leiter und Referent der «Akademie für musikpädagogische Innovation und Anwendung», welche die Zertifikate erteilt, betonte bei seiner Vorstellung, dass Musikpädagogen aus Deutschland und Österreich nach Dübendorf pilgerten, um sich Informationen und Anregungen von der Musikschule zu holen. Er könne deshalb ohne Übertreibung sagen: «Die Musikschule Dübendorf spielt in der Kategorie des selbständigen Lernens in der Champions League.» Zertifikationsübergaben Anschliessend überreichte Wolters Sylvie Dambrine (Querflöte), Junko Holma (Klavier), Palma Martello (Klavier), Roger Enzler (Keyboard und akustische Gitarre), Olivier Scurio (Saxofon), Antonius Stoitsoglou (Klavier), das MDU- Zertifikat. Höhepunkt war aber die erstmalige Verleihung des MDU- Zertifikats an eine Musikschule. Schulleiter Olivier Scurio und Co- Schulleiterin Angelika Som durften diese Auszeichnung entgegennehmen. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig. Die Aussage ist klar. Ein Ausruhen auf den Lorbeeren gibt es nicht, vielmehr soll es Ansporn und Motivation sein. Die Verlängerung der Zertifizierung nach Euro Norm ISO 9001:2015 von der Schweizerischen Qualitätssicherung (SQS) wurde von Liliane Gabriel überreicht. Für den musikalischen Teil des Jubiläumabends sorgten der Kinderchor «animata», Leitung Stephan Lauffer, und die Band «Giorgio Barbera and Friends». Als Special Guest brachte Justina Lee Brown aus Nigeria zum Abschluss das Festzelt zum Vibrieren. Schulleiter Olivier Scurio und Co-Schulleiterin Angelika Som haben gut lachen: Ihre Schule erhält als allererste die MDU-Zertifizierung. (Fotos he) Neue Wege in der Musikausbildung Das Credo der Musikschule ist es, mit einem vielfältigen Angebot Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Entdecken und die Weiterentwicklung ihrer musikalischen Es ist nie zu früh, mit dem Singen zu beginnen: Kinderchor «animato».

Gemeindezeitung Kurier