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2017-09

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Amtliches Publikationsorgan der Gemeinden 3. März 2017 9 Veljko Ivic aus Brüttisellen trainiert seit acht Jahren Karate Karate ist nicht nur Sport, sondern auch Philosophie Der 15-jährige Sekundarschüler Veljko Ivic hat grosse Ziele: Im letzten Jahr hat er die Silbermedaille in seiner Kategorie im Karate geholt; dieses Jahr will er Schweizermeister werden. Der Raum ist gross und hell beleuchtet. Eine Seitenwand ist mit Spiegeln ausgestattet und der Boden ist mit hellbraunen, weichfedernden Matten ausgelegt. Die Eintretenden begrüssen die Kameraden mit einer leichten Verneigung des Oberkörpers, ziehen ihre Schuhe aus und gehen mit ihren schweren Sporttaschen zu den im hinteren Teil des Raumes angelegten Garderoben. Nach und nach füllt sich der Dojo (Trainingsraum). Die Schüler sind nun alle barfuss. Sie tragen die bekannten weissen, weiten Gewänder und um die Taille den fest geknoteten Gurt. Nicht nur die Farben der Gurte sind unterschiedlich – sie reichen von weiss bis blau – es ist auch sonst eine gemischte Gruppe: Jugendliche, Knaben sowie Mädchen, aber ebenfalls Schüler mit schon leicht angegrautem Schläfenhaar. Sie schwatzen alle, springen, spielen Ball oder machen Dehnungs- und Kräftigungsübungen. Lebensschule Karate «Karate ist eine Kampf-Kunst», betont Veljko Ivic. Und Antonio del Gaizo führt aus: «Heutzutage wird es vermehrt auch als Sport verstanden oder zur Förderung der Gesundheit betrieben. Aber Karate ist eine Zeremonie, es hat Philosophie, es lehrt den respektvollen Umgang mit dem andern und mit sich selbst. Das beginnt schon bei der Begrüssung. Ohne Begrüssung und Verabschiedung vor und nach jedem Training oder Wettkampf geschieht hier nichts.» Del Gaizo ist Leiter und Sensei des Trainings-Studios in Kloten, wo der Brüttiseller Veljko Ivic vier Mal in der Woche trainiert. «Der Sensei ist eine Respektsperson. Er ist wichtig. Wir lernen von den Alten», beschreibt Veljko Ivic die Stellung seines Trainers. Sensei bedeutet so viel wie Lehrer: Er ist Vorbild, er setzt Grenzen und seine Entscheidungen werden respektiert. Doch ohne gegenseitiges Vertrauen gehe nichts. Wird dieses Vertrauen missbraucht oder hält sich ein Schüler nicht an die Regeln, könne er vom Training ausgeschlossen werden, sagt del Gaizo. Und Veljko Ivic ergänzt: «Wir sind wie eine Familie. Wir haben kaum Streit oder Krach, auch untereinander nicht, das kenne ich nicht, aber wir haben viel Spass. Auch wenn wir einen schlechten Tag haben, geben wir alles. Ich fühle mich wohl hier.» Das Training Punkt 18.30 wird es still im Raum, die Gruppe steht in Reih und Glied, während Sensei del Gaizo alle begrüsst, über die nächsten Anlässe informiert und einem Schüler zu seinem Geburtstag gratuliert: «Wir sitzen nach dem Training noch zu- sammen und feiern!» Dann ist Aufwärmen angesagt. Noch ist der Zweck dieser Übungen nicht ersichtlich. Klar wird es erst, als die Schüler Faust- und Fussschütze überziehen, «eine reine Vorsichtsmassnahme», wie del Gaizo ausführt. Nun stehen sich die Karatekas zu zweit gegenüber und beziehen Stellung: Beine gespreizt, Arme angewinkelt, die Fäuste einsatzbereit und die Augen unverwandt auf den Gegner gerichtet. «Heute wird Kumite geübt (Freikampf), das sind bestimmte Formen von Angriffs- und Abwehrtechniken», erklärt del Gaizo. Es fliegen Fäuste, Beine werden nach oben an die Schultern des Gegners Hausbrand in Dietlikon geworfen, dazwischen immer wieder elastisches Wippen auf den weit auseinander gegrätschten Beinen. Immer wieder werden neue Paare gebildet, kleine Schüler kämpfen gegen grosse, Mädchen gegen Knaben. Nach gut einer Stunde schliesst das Training mit Dehnungsübungen – und einem Wettkampf: Veljko Ivic kämpft mit einem seiner Kameraden, Sensei del Gaizo bewertet: Für den Laien ist es unmöglich, herauszufinden wer der Stärkere war, denn es gewinnt nicht der, der den Gegner kampfunfähig schlägt, sondern der, der die Technik besser beherrscht. Lesen Sie bitte weiter auf Seite 2 Von Prävention überzeugt Seit einem Jahr leitet Tabitha Gassner die Plattform Glattal. Im Interview erzählt sie von ihrem Engagement. 4 UHCD wieder Cupsieger Zum dritten Mal in Folge gewinnen die Nati-A-Damen des UHCD den Cup. 5 Amtlich Gemeinsam 9 Wangen-Brüttisellen 10–13 Dietlikon 15–17 Am letzten Wochenende ist ein dreistöckiges Wohnhaus in Dietlikon mitten in der Nacht vollkommen ausgebrannt. Ein Grossaufmarsch von Feuerwehrleuten aus Dietlikon sowie umliegender Gemeinden konnte den Brand löschen und das Übergreifen auf das angebaute Restaurant Rütli verhindern. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 3. (Foto sto)

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